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„Das schaffst Du nie“ – „Bist Du dafür nicht zu alt?“ – „Aber Du musst doch von etwas Richtigem leben“. Wer solche Sprüche schon einmal gehört hat, hat es möglicherweise gewagt, seinen großen Traum mit seinen Mitmenschen zu teilen. Doch die Zuversicht schwindet schnell, sobald die eigenen Träume nur müde belächelt werden. Menschen, die unsere Träume kleinreden, können wir überall begegnen. Ob es die eigenen Eltern oder Großeltern sind, Freund*innen, Kolleg*innen oder sogar Vorbilder. Doch was können wir tun, um selbstwirksam an unseren Träumen festzuhalten?

Vor einigen Jahren hatte ich ein Gespräch mit einem Künstlerder beruflich Konzeptzeichnungen für Videospiele entwarf. Ich hatte Interesse an dem Beruf und den Künstler gebeten, mir von seinem Alltag zu erzählen und davon, wie er in diesen Beruf gerutscht ist. Das Gespräch war eine Katastrophe, denn der Künstler streute überall Ermahnungen ein, die mir deutlich sagten: Wenn du nicht jede Sekunde Deines Lebens mit Zeichnen verbringst, wird aus Dir nie eine Konzeptzeichnerin. Nach dem Gespräch war ich entmutigt und frustriert. Sauer auf mich, dass ich diesen Künstler überhaupt erst angesprochen hatte. Hätte ich doch den Traum, mein Hobby zum Beruf zu machen, nie ausgesprochen, und meinen Weg ganz allein gefunden. Nun, was soll ich sagen? Sechs Jahre nach dem Gespräch mit dem Konzeptzeichner habe ich es geschafft, mich selbstständig zu machen und arbeite erstmalig als 2D-Grafikerin an einem kommerziellen Videospiele-Projekt mit. Das Projekt ist nicht bahnbrechend und ich kann meinen Lebensunterhalt nicht damit verdienen. Aber genau hier liegt der Knackpunkt. Ich dachte lange Zeit, ich würde glücklich werden, wenn ich den einen Traum habe und ihn verfolge. Im Leben nichts anderes tue und mich nur auf diese eine Sache konzentriere. Denn genau das ist es, was erfolgreiche Menschen ausmacht. Oder nicht?  

Viele Wege führen an den Zeichentisch 

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Der Weg zum Traum (@Pixabay)

Sicher gibt es Menschen, die genau diesen Weg gehen und mit der einen Leidenschaft erfolgreich und glücklich werden. Doch es ist nicht immer notwendig ‚All-In‘ zu gehen. Es gibt so viele Wege und Möglichkeiten seine Träume zu verwirklichen und trotzdem realistisch zu bleiben. Aus mir wird nie eine große Konzeptzeichnerin, die mit ihren Grafiken ihren Lebensunterhalt verdienen kann. Das habe ich akzeptiert. Dafür arbeite ich zu wenig und nicht hart genug an meinen Fähigkeiten. Die Konkurrenz ist stark und die Bezahlung mies, selbst bei großen Projekten. Zudem musste ich feststellen, dass es gar kein so großer Spaß ist, sein Hobby mehrere Stunden täglich auszuübenum sich damit sein Einkommen zu sichern. Anstatt also mein ganzes Leben auf diesen Traum zu konzentrieren, habe ich mehrere meiner Interessen verfolgt – und siehe da, einen Teil meiner Zeit darf ich nun meinem Traum widmen.

Es ist also gar nicht immer notwendig, den besten Start, die perfekte Ausbildung, die reichsten Eltern oder das größte Talent zu haben, um seine Träume zu verwirklichen. Neben einem Interesse an der eigenen Erfüllung der Träume spielt das Konzept der sogenannten ‚Selbstwirksamkeitserwartung‘ eine große Rolle. Dieses Konzept wurde in den 1970er Jahren von Albert Bandura, einem kanadischen Psychologen, entwickelt. Selbstwirksamkeit bezeichnet eine Haltung gegenüber den eigenen Fähigkeiten und den damit verbundenen Möglichkeiten, seine Ziele zu erreichen. Wer sich also ein Ziel setzt und der festen Überzeugung ist, dieses zu erreichen, besitzt eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung.

Selbstwirksamkeit lässt sich trainieren

Wie viel oder wenig ein jeder davon besitzt, wird durch bisherige Erfahrungen bestimmt. Erleben wir häufig Fehlschläge, sinkt unser Glaube an uns und unsere Fähigkeiten. Im Umkehrschluss können wir unsere Selbstwirksamkeit aber auch trainieren, indem wir uns kleine Ziele setzen, die wir einfach erreichen. Die ersten Ziele sollten demnach auf unsere bisherigen Fähigkeiten aufbauen, um einfach erreichbar zu sein. Gleichzeitig sollten wir jedoch darauf achten, die Ziele nicht zu einfach zu definieren. Denn wenn wir etwas schaffen, das uns ohnehin sehr leichtfällt, empfinden wir keinen Erfolg beim Erreichen des Ziels oder beim Lösen der Aufgabe. Haben wir ein gutes Maß gefunden, das zu uns passt und das Ziel erreicht, ist es wichtig unseren eigenen Erfolg anzuerkennen. Denn durch den Stolz und das Erfolgsgefühl motivieren wir uns selbst dazu, weitere Ziele zu erreichen. Ist letztendlich ein Fundament aufgebaut, können wir anfangen unsere Ziele zu vergrößern und sogar an unseren Träumen zu arbeiten, die wir vorher noch für unerreichbar hielten. 

No Regrets 

Der Versuch ist das höchste Ziel (@Pixabay)

Ein Traum, als Teil unserer Vorstellung vom Leben, leitet uns in eine Richtung, die wir verfolgen können, wenn wir uns dafür entscheiden. Er ist kein Fixpunkt unserer Geschichte. Möchtest du gerne ein bekannter Popstar in Amerika werden? Oder eine weltberühmte Schriftstellerin? Es gibt etliche Gründe, weshalb das Erreichen dieser Ziele eher unrealistisch ist. Aber vielleicht ist das auch gar nicht notwendig, um glücklich zu werden. Vielleicht reicht es dir, erst einmal auf einer kleinen Bühne in deiner Stadt aufzutreten oder für eine lokale Zeitung zu schreiben. Das klingt schon viel realistischer, oder nicht? Und mit der steigenden Erfahrung und dem Wissen, das dieser Weg mit sich bringt, kannst du ihn weiter gehen oder ihn wieder verlassen und dich weiter umsehen. Vielleicht bringt dich der Versuch, deinen Traum zu erfüllen, auf ungeahnte Wege. In jedem Fall wirst du dir am Ende sagen: Du hast es versucht. 

Denn wenn wir 90 sind und es nicht einmal versucht haben, werden wir es bereuen. 

 

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