Rollen, Hippie, Religion, Nachhaltigkeit

Als Conchita Wurst 2014 den Eurovision Song Contest gewann, war sie für viele Zuschauer ein ungewöhnlicher Hingucker. Die Kunstfigur des Travestie-Künstlers Thomas Neuwirth performte auf der Bühne in schickem Kleid, mit wallenden Locken und – mit Bart. Conchita bricht bewusst mit dem stereotypen Aussehen der Geschlechter. Es gibt jedoch Frauen, die tatsächlich durch eine Hormonstörung eine eher männlich konnotierte Behaarung zeigen und darunter sehr leiden. Was hinter dieser Krankheit steckt und wie verschiedene Betroffene damit umgehen, wird hier genauer vorgestellt.

In diesem Blog konnte man schon einiges über die verschiedenen Schönheitsideale der Haare bei Männern und Frauen lesen. Auch die Probleme, die damit einhergehen, wenn man nicht in dieses Ideal passt, wurden schon in einigen Einträgen behandelt. Oft scheint es, als gäbe es einen starken Zusammenhang zwischen der Körperbehaarung und dem Selbstbewusstsein gibt. So ist es auch bei Frauen, die an Hirsutismus (lat. hirsutus: struppig, bärtig) erkranken.

Zu viel männliche Hormone

Dass manche Frauen einen leichten Damenbart haben, ist nichts Ungewöhnliches. Dass Frauen jedoch ein regelrechter Vollbart wächst und sie auch an anderen Stellen ihres Körpers deutlich stärker behaart sind, ist hingegen ungewöhnlich. Diese Frauen leiden unter einer Krankheit, die sich Hirsutismus nennt. Dabei sind diejenigen Körperstellen stärker behaart, die unter dem Einfluss von Geschlechtshormonen stehen, wie Gesicht, Brust, Bauch, Genitalregion und Oberschenkel. Der weibliche Körper produziert sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtshormone (Östrogen und Testosteron) an den Eierstöcken und an der Nebennierenrinde. Wenn diese in einem Ungleichgewicht vorliegen, also zu wenig Östrogen oder zu viel Testosteron produziert wird, macht sich das am Körper bemerkbar. Die Ursachen hierfür können sehr vielfältig sein. Einige Frauen leiden unter dem polyzystischen Ovarialsyndrom, einer Zystenbildung an den Eierstöcken, bei anderen kann eine Tumor-Erkrankung der Auslöser sein. Viele Ursachen können jedoch auch nicht genau diagnostiziert und daher auch nicht behandelt werden.

Da die Übergänge zwischen weiblicher und männlicher Behaarung sehr fließend sind, ist eine genaue Häufigkeit der Erkrankung schwer festzustellen. Bei vielen Frauen kann eine stärkere Behaarung an Gesicht und Körper auch genetisch bedingt sein oder an der ethnischen Zugehörigkeit liegen. Auch die Menopause kann sich auf die Körperbehaarung auswirken. Ab dem 40. Lebensjahr sinkt die Östrogen-Produktion ab, während gleichzeitig die Testosteron-Produktion gleichbleibt. Dadurch wird das Kopfhaar feiner, und das Körperhaar kann zunehmen.

Oft für viele Frauen der schnellste Weg, die Haare loszuwerden: die Rasur. ©pixabay

Umgang mit den unerwünschten Haaren

Bei den meisten Formen des Hirsutismus kann die Hormonstörung selbst nicht behandelt werden. Zwar kann bei leichten Problemen die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Antibabypille helfen, bei einem starken Hirsutismus jedoch kaum. Viele Betroffene schämen sich für ihr Erscheinungsbild und tun alles, um die starke Behaarung zu verstecken und loszuwerden. Es bleibt ihnen oft nur das Rasieren, Epilieren oder Lasern als Möglichkeit, die Haare zu entfernen. Sucht man im Internet nach natürlichen Mitteln der Hormonregulierung, findet man einige Tipps. So soll viel Pfefferminztee trinken den Testosteron-Spiegel senken und das Essen von Soja-Produkten den Östrogen-Spiegel erhöhen. Ob dies jedoch bei einer stärkeren Hormonstörung wirklich hilft, ist fraglich. Auch vorbeugende Maßnahmen, außer dem Verzicht auf Anabolika, gibt es nicht.

Das Problem des Hirsutismus ist oft nicht die Krankheit an sich, sondern die Folgen, die damit verbunden sind. In den meisten Fällen sind die zusätzlichen Haare für den Körper nicht schädlich. Die psychische Belastung, durch die starke Behaarung nicht in das Schönheitsideal zu passen, ist für viele betroffene Frauen jedoch das eigentliche Problem. Oft treten die ersten Anzeichen mit Beginn der Pubertät auf, wenn die Hormone anfangen, aktiv zu werden. Viele junge Mädchen trauen sich nicht, es den Eltern oder einem Arzt zu sagen und beginnen sich täglich zu rasieren, um nicht aufzufallen.

Rasur oder Vollbart?

Ausschnitt aus dem Instagram-Profil von RoseGeil: Sie fühlt sich mit Bart so schön wie nie zuvor

Ausschnitt aus dem Instagram-Profil von RoseGeil: Sie fühlt sich mit Bart so schön wie nie zuvor. ©instagram: lunchboxscoresagain

Bei der Recherche nach Haltungen von Betroffenen findet man im Internet nur sehr wenige Frauen, die bereit sind, über ihre Krankheit zu sprechen. Eine davon ist Rose Geil, eine Amerikanerin, die seit ihrem 13. Lebensjahr an dem polyzystischen Ovarialsyndrom leidet. In verschiedenen Interviews berichtet sie, wie sie als Jugendliche sehr unter ihrem Aussehen litt. In die Schule ging sie nur ungern, trug ausschließlich lange Kleidung und traute sich nie, bei Freundinnen zu übernachten. Im Jahr 2015 beschloss die damals 38-Jährige, dass sie so nicht mehr leben kann und warf ihren Rasierer weg. Es dauerte eine Weile, bis sie sich an ihren Bart gewöhnte, doch sie fühlte sich besser als je zuvor. Auch die vielen positiven Rückmeldungen, die sie sowohl von Freunden als auch von Unbekannten bekam, halfen ihr, ein neues Selbstbewusstsein aufzubauen. Nun ist sie stolz auf ihren Bart und fühlt sich trotzdem weiblicher denn je.

Ungewöhnlicher Weltrekord

Harnaam Kaur mit ihrer Urkunde: Jüngste Frau mit Vollbart

Harnaam Kaur mit ihrer Urkunde: jüngste Frau mit Vollbart. ©instagram: harnaamkaur

Auch die Engländerin Harnaam Kaur bekam mit 11 Jahren die Diagnose polyzystisches Ovarialsyndrom. Sie war damals froh, endlich zu wissen, warum sie so viel behaarter ist als ihre Freundinnen. Doch viele in ihrer Schule zeigten sich ihr gegenüber wenig offen. Sie wurde stark gehänselt, gemobbt und fing an sich zu verletzen und über Selbstmord nachzudenken. Mit 16 Jahren konvertierte sie zum Sikh-Glauben, einer Religion, die es verbietet sich die Haare zu schneiden. Zum ersten mal ließ sie ihren Bart wirklich wachsen und wurde dafür nicht ausgelacht, sondern akzeptiert und gut behandelt. Sie fand neues Selbstbewusstsein und beschloss auch ein Vorbild für weitere Frauen zu werden. Heute ist sie „Body Confidence“-Aktivistin, erfolgreiche Rednerin zum Thema Körperbewusstsein, Instagram-Star mit 113.000 Followern und Model auf der Londoner Fashion Week. 2016 kam sie sogar mit dem Titel „Jüngste Frau mit Vollbart“ in das Guinnessbuch der Rekorde und ist sehr stolz darauf.

Neben Rose Geil und Harnaam Kaur gibt es sicherlich auch viele betroffene Frauen, die sich nicht dazu durchringen können, mit ihrer Krankheit offen umzugehen. Vielleicht sollten wir nicht betroffenen Frauen auch das nächste Mal darüber nachdenken, ob uns unser kleiner Damenbart oder die leichten Stoppeln an den Beinen wirklich so sehr stören. Mehr dazu in debbleapples Blog-Eintrag: „Hauptsache glatt – Über das weibliche Schönheitsideal unserer Generation“. Sucht man bei Männern nach einer Form dieser Erkrankung, so findet man nicht viel. Bei ihnen äußern sich Störungen im Testosteron- und Östrogenspiegel eher durch Impotenz oder einem höheren Körperfettanteil. Dass ihnen aber der Bart ausfällt oder ihr Körper und Haar in sonst einer Weise „verweiblicht“, ist äußerst selten und deutlich schwächer.

Weiterlesen über Hirsutismus: https://www.endokrinologie.net/krankheiten-hirsutismus.php

Instagram: Rose Geil und Harnaam Kaur

 

Unzählige YouTube-Tutorials und zahlreiche Produkte versprechen eine voluminöse und frizz-freie Lockenfrisur, doch oft passiert nach der Anwendung das Gegenteil. Das Resultat ist weit entfernt von dem Wunschergebnis. Aber woran liegt das? In meinem vorherigen Blogeintrag „I Am Not My Hair“ ging es um die Liebe für die eigene Haarpracht. Diesmal gibt es ein paar Tipps und Tricks für dich, um deine Locken besser kennen zu lernen und der Mähne freien Lauf zu lassen.

Lockenkrone oder Locken mit Krone?

Eine wiederkehrende Frage, die sich viele Lockenköpfe stellen, ist die Frage nach den perfekten Locken. Das Problem liegt hier vor allem bei der Pflege und Instandhaltung der Locken. Denn der falsche Umgang führt zu mehr, als nur einer unschönen Frisur. Das Haar kann nachhaltig geschädigt werden.

Wichtig ist es im Kopf zu behalten, dass es keine perfekten Locken gibt. Am besten steckt man sich ein Ziel, auf das man hinarbeiten möchte. Doch wie bekommt man schönes, scheinendes und gesundes Haar, und behält gleichzeitig seine originale Haarstruktur?

Schritt 1: Lerne deine Krone kennen!

Quelle: Instagram Die Pflege macht’s aus!… Um Vogelnest und co aus dem Weg zu gehen, ist es sinnvoll seine Haarpracht kennen zu lernen.

Das Internet ist gefüllt mit Informationen zu den unterschiedlichsten Locken. Doch oft sind wir überfordert mit der Flut an Wissen und können das Erlernte gar nicht richtig umsetzen. Dass Haare allgemein verschiedene Haarstrukturen haben, ist den meisten bekannt. Locken sind auch da etwas Besonderes. Nicht jede Locke ist dieselbe. Ich als Lockenträgerin musste feststellen, dass ich nicht nur eine Art von Locke auf meinem Kopf trage. Von 2B bis 3B ist alles bei mir vorhanden. Am besten nimmt man sich mehrere Locken heraus und vergleicht sie mit einer Lockenskala (siehe Bild). Wie in der Demokratie bestimmt die Mehrheit deiner Lockenpracht deinen Lockentyp und somit auch dein Styling.

Schritt 2: Waschtag!

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Jedes Curly Girl weiß, dass der Waschtag ein besonderer Tag in der Woche ist. An diesem Tag kannst du deinen Haaren die Liebe schenken, die sie über die Woche missen. Ganz wichtig ist es eine Routine zu entwickeln, die für dich am einfachsten ist und auch dir Spaß macht. Vor allem weil die Prozedur dieses Tages ewig gehen kann. „Ich wasch mir mal eben meine Haare“, hat bis jetzt noch kein Lockenkopf von sich gelassen. Lockiges Haar produziert keine eigenen Öle. Daher ist es wichtig seine Haare nicht jeden Tag zu waschen. Es wäre auch viel zu große Arbeit, da so ein Waschtag gerne mal mehrere Stunden gehen kann.

Die Curly Girl Methode kommt aus dem englischsprachigen Raum, erstmals angeführt durch das Buch Curly Girl, The Handbook. von Lorraine Massey. Da diese Bewegung recht neu ist gibt es noch keine deutschen Übersetzungen der Fachbegriffe.

Die Schritte sind eigentlich ziemlich klar. Shampooing, Detangling und Deep Conditioning!

Trage das Shampoo deines Vertrauens in dein nasses Haar ein und massiere deine Kopfhaut etwa vier Minuten. Dadurch befreist du deine Kopfhaut von Verschmutzungen und nicht natürlichen Fetten und die kleine Massage regt den Haarwuchs an. Meide Produkte mit Silikonen und Parabenen, da sie deine Haare austrocknen und frizzig aussehen lassen.

Als nächstes kommt dein Conditioner zum Einsatz. Um den perfekten Conditioner zu finden, der dein Haar mit der ausreichenden Pflege bedient, solltest du das Suchkriterium auf deinen Haartypen anpassen. Aloe Vera, Shea Butter und Co. geben deinem Haar die nötige Feuchtigkeit wieder. Ich persönlich greife gerne zu Produkten, die Aloe Vera enthalten, denn diese helfen meinen Haaren gesund und vital aussehen zu lassen.

Eine großzügige Menge an Conditioner hilft dir deine Mähne in gleichmäßigen Teilen durchzukämmen. Bestenfalls verzichtest du auf  Bürsten und versucht deine Haare mithilfe deiner Finger zu entwirren. Diese Art von Detangling ist zeitaufwendig, reißt dir aber weniger Haare heraus. Lass dich ja nicht dazu verleiten zu viel Conditioner im Prozess aufzutragen. Denn eine zu große Menge kann sich an deinen Haaren absetzten, und die Reste schaden den Locken im Verlauf des Stylings. Bei diesem Schritt ist es wichtig, den Conditioner gut einwirken zu lassen. Ihn besonders in den Längen und Spitzen einzuarbeiten und, ganz wichtig, mit kaltem Wasser abzuwaschen. Gegensätzlich zum heißem Wasser hilft dir kaltes Wasser den Glanz in den Haaren zu behalten und die Feuchtigkeit vorerst zu versiegeln. Braucht dein Haar mehr Liebe und Aufmerksamkeit, kannst du auch gerne eine Deep Conditioning Kur auftragen, um so deinem Haar zu Glanz zu verhelfen.

 

Ein Guide für die Curlyqueen und welche die es möchten werden. Quelle: Instagram

Erwärme 3 Löffel reines Kokosnuss Öl, mische ein paar Tropfen Rizinusöl darunter. Füge nach deinem Belieben Olivenöl hinzu. Trage die Mischung auf dein Haar auf und lass es für mindestens fünfzehn Minuten einwirken. Vergiss nicht besonders deine Kopfhaut damit einzumassieren. Um ein besseres Ergebnis zu erzielen kannst du deine Haare auch mit Folie umwickeln.

 

Setzte deine Krone in Szene mit einem Wash-And-Go.

Schritt 3: Styling!

Nun da deine Haare all die Feuchtigkeit bekommen haben, die sie brauchen, solltest du dir auch Pflege-Produkte suchen, die sich ähnlich zusammensetzen wie dein Conditioner. Das prüfst du am besten, indem du eine kleine Menge auf deiner Hand zusammenrührst und schaust, ob sich die Produkte vermischen lassen oder sich absetzen. Fürs Styling ist dir freie Hand überlassen. Es gibt viele Styles, um deine Lockenkrone zu formen. Ich wähle aber immer gerne die einfache Wash-and-Go-Variante.

Zum Stylen kannst du einen Leave-In Conditioner oder eine Styling Milk nehmen. Du solltest wieder auf die Inhaltsstoffe achten und dir Produkte suchen, die zu deinem Lockentyp passen. Auch hier greife ich gerne zu Aloe Vera und Kokosnuss. Nachdem du dein Produkt eingearbeitet hast, nimmst du dir ein Öl zur Versiegelung der Feuchtigkeit und arbeitest dies ebenfalls in dein Haar ein. Wichtig, als letztes solltest du deine Haare immer crunchen. Bei dieser Methode drückst du deine Haarenden hoch in Richtung deiner Kopfhaut und unterstützt somit deine natürliche Lockenstruktur.

Zu guter Letzt lässt du deine Haare lufttrocknen und gibst ihnen den Raum, den sie brauchen. Für kalte Wintertage solltest du zu einem sogenannten Diffuser greifen. Oder du lässt sie über Nacht trocknen. Ein Diffuser ist ein Aufsatz für deinen Föhn mit dem Vorteil, dass er deine Haare nicht beansprucht. Denn Hitze sollte man auf alle Fälle vermeiden. Oder du greifst zu einem T-Shirt für ein Frizz freies Ergebnis, wickle es einfach wie ein Handtuch um deine Haare zum Trocknen.

Diffuser zum trocknen. Quelle: Instagram

Schlafe wie eine wahre Lockenqueen! Seide und Satin werden deine besten Freunde sein. Beide Stoffe sind perfekt um deinen Lockenstyle für mehrere Tage aufrecht zu erhalten. Egal ob als Kissen oder Haarhaube sie entziehen dir keine Feuchtigkeit und lassen dir deinen Glanz länger.

 


Links zum weiterstöbern:

https://natürlich-lockig.de/curly-girl-methode/

https://www.naturallycurly.com/curlreading/curly-girl-method/a-week-in-the-life-of-my-curly-hair-routine

https://www.femelle.ch/beauty/frisuren/conditionerguide-benutzt-den-richtigen-conditioner-auch-richtig-2037/2

 

Der autobiographische Film „Heute bin ich blond“ erzählt die Geschichte von Sophie. Sie ist 21, feiert, lebt und lacht gerne. Als sie erfährt, dass sie eine seltene Krebsart mit schlechten Heilungschancen hat, beschließt sie, der Krankheit auf eine ungewöhnliche Weise den Kampf anzusagen. Weiterlesen

Geht es um die australische Identität, verweisen viele auf Football, Mateship oder Vegemite. Aber auch ein Blick auf die Haarmode des fünften Kontinents verrät Erstaunliches: Seit einigen Jahren feiert der Vokuhila dort ein Comeback, das mittlerweile das ganze Land erfasst hat. Weiterlesen

Haare können für Selbstbestimmung und Freiheit ebenso wie für Unterdrückung, Frömmigkeit oder Sexismus stehen. In erster Linie sollten sie aber vor allem eines sein: Privatsache. Ein Blick auf medienvermittelten Sexismus, festgefahrene Machtstrukturen und einen Funken Hoffnung am behaarten Horizont feministischer Einflüsse.

Rollenbilder, -zwänge und sexistische Weltanschauungen sind auch 2018 weiterhin fest verankert in den Denkmustern vieler Menschen. Eine Befragung englischer Manager durch das Magazin Edition F im Juni lieferte vor allem eines: Sexismus gegenüber Frauen. Aussagen wie „Ich glaube, Frauen passen einfach nicht so richtig ins Führungsteam” oder „Meine Kollegen wollen keine Frau in den Aufsichtsrat berufen” fanden sich unter den Antworten. Sie zeigen, dass vor allem Machtstrukturen immer noch stark von männlichen Perspektiven geprägt sind. Diese schaffen durch einfaches Schubladendenken eine Welt aus mächtigen Männern und schönen Frauen.

Doch woher kommt diese Annahme? Medien spielen sowohl in der Werbung als auch in der Berichterstattung eine entscheidende Rolle.

Zentrum der weiblichen Schönheit sind immer wieder die Haare. Beziehungsweise keine Haare. Auf dem Kopf möglichst wallend und dicht, ansonsten aber bitte alles wegmachen. So lautet die Botschaft in TV, Zeitungen und sozialen Medien. Mit einem öffentlichen Diskurs haben solche Themen eigentlich wenig zu tun, sondern sind jederMANNS Privatsache. Im Gegensatz dazu scheint es aber irgendwie salonfähig zu sein, über die weiblichen Körperhaare öffentlich zu bestimmen.

Wahre Schönheit beginnt bei den Haaren?

„What does beauty feel like? And where does it begin? It begins with your skin,“ verrät eine Gillette-Werbung ihren Zuschauerinnen. Ein weiterer Gillette-Werbespot wirbt „für makellose Schönheit“ mit dem neuen Venus Swirl. Währenddessen sind Models zu sehen, die ihre bereits komplett enthaarten Beine für die Kamera noch einmal rasieren. Ciao Realität – hallo Sexismus.

Durch solche Aussagen fördert die Werbung eine Perspektive, die weibliches Körperhaar als Makel definiert und Schönheit mit enthaarter Haut gleichsetzt. Damit werden nicht nur Schönheitsideale geprägt. Indem schon vor der Rasur keine Haare an Achseln oder Beinen zu sehen sind, wird das Bild einer immer enthaarten Frau geschaffen. Was in einer Werbung für Männer-Rasierer undenkbar wäre – hier zeigt Gillette sehr wohl reale Achselhaare – ist in Bezug auf Frauen längst zur Sehgewohnheit  geworden. Den Anblick von behaarten Körperstellen will die Werbung uns wohl lieber nicht zumuten. Weibliche Körperhaare sind für gesellschaftlich inakzeptabel erklärt worden.

Sexismus im Newsfeed

Die Medien propagieren eben dieses ästhetische Frauenbild von glatter Haut immer wieder in der Öffentlichkeit: Nicht nur durch Werbesprüche, sondern auch durch eine unreflektierte Berichterstattung, welche die Einstellung zu Körperhaaren undifferenziert aus den Werbespots übernimmt. So erscheinen Artikel mit Titeln wie „Eklige Beinhaare! Topmodel Natalia traut sich was“. Dort werden Beinhaare bei Frauen als absolutes No-Go und Beauty-Fauxpas abgetan. Selbst der „Focus“ scheint es für angemessen zu halten, bei diesem Thema mitzumischen. „Eine glatte Sache – die Beinhaare müssen ab“ titelte er in einem Beitrag über verschiedene Haarentfernungsmethoden für Frauen und betont dabei: „Wildwuchs am Bein geht gar nicht“. Angesiedelt ist dieser Artikel übrigens im Bereich Kultur. Dies zeigt, wie sehr die Ablehnung weiblicher Körperhaare gesellschaftlich verankert ist und wie selbstverständlich das immer wieder postuliert wird.

„Die Konfrontation mit Bildern von Models in den Medien ist wie Gehirnwäsche“

In der Folge etablieren sich alternative Perspektiven auf Konzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit nur schwer. Winfried Menninghaus, Direktor der Abteilung Sprache und Literatur des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, spricht den Medien eine entscheidende Mitschuld an den herrschenden Schönheitsidealen zu: „Wiederholtes Ansehen steigert in der Regel ästhetisches Gefallen. Dieser ,mere exposure-Effekt‘ ist eine Grunderkenntnis der Ästhetik. Die pausenlose Konfrontation mit Bildern von Models in allen möglichen Medien ist deshalb wie Gehirnwäsche.“

Opfer dieser Gehirnwäsche sind dabei nicht nur ahnungslose Männer, sondern viele Frauen unterwerfen sich selbst und ihre Nächsten diesem Schönheitszwang. So stellt Heidi Klum 2017 eine Kandidatin ihrer Topmodel-Castingshow bloß, indem sie sie als „Maja mit den Achselhaaren“ bezeichnet. Komisch, denn ist nicht eigentlich jede Frau „eine mit Achselhaaren“? Heidi jedenfalls hält mit ihrer Aussage das Bild der immer enthaarten Frau aufrecht.

Mit Achselhaaren an die Macht?

Sind Rebellionen mit ungezähmter Körperbehaarung also die einzige Antwort auf medienvermittelten Sexismus? Immer mehr Frauen versuchen sich der Fremdbestimmung ihrer Körper zu entziehen, indem sie das Gegenteil zur Schau stellen: stoppelige Beine und behaarte Achseln. Sie wollen sich damit bewusst der medial geschafften Norm entziehen.

Dabei geht es weniger um die Haare selbst, als darum mit dieser Norm zu brechen, indem konventionelle Merkmale von Weiblichkeit, wie enthaarte Beine, abgelegt werden. Obwohl Frauen durch ein solches Auftreten oft provozieren, sollte Provokation nicht im Zentrum stehen. Sexismus lenkt die Aufmerksamkeit gezielt nur auf das Aussehen einer Frau. Ziel des Widersetzens ist es deswegen, die Aufmerksamkeit weg vom Aussehen und hin zur Frau unter den Haaren zu lenken. Auf ihren Charakter, ihr Können, ihren Einsatz. Dadurch soll ein neues Frauenbild in die Öffentlichkeit treten und eine Alternative zu bisherigen Enthaarungszwängen bieten.

Solche feministischen Einflüsse dringen zwar nur langsam in klischeebelastete Werbespots und flache Berichterstattungen ein, doch erste Erfolge können verzeichnet werden. Im September 2017 hat der Sporthersteller Adidas einen Werbespot für Sneaker veröffentlicht, in dem die unrasierten Beine des schwedischen Models Byström zu sehen sind, während diese über Weiblichkeit spricht.

Dass solche Werbespots 2018 zwar leider noch nicht selbstverständlich sind, zeigen die unzähligen Gegenbeispiele und Shitstorms, die als Reaktion auf die junge Schwedin niederregneten. Doch feministische Bewegungen gewinnen an Einfluss und setzen sich sexistischen Werbungen und Berichterstattungen mit zunehmendem Erfolg entgegen.

Mit „Personality“ ans Ziel

Zum Schluss dürfen auch noch die Klum-Fans aufatmen. Seit 2017 gibt es sogar einen „Best Personality-Award“ bei Germany´s Next Topmodel. Damit nicht das Gefühl entsteht, es würde bei dieser Fleischschau nur ums Aussehen gehen. Auch wenn „Maja mit den Achselhaaren“ ihn nicht ergattern konnte, ist er doch zumindest ein kleiner Trost für alle FeministInnen, finden Sie etwa nicht?

Der Termin beim Friseur rückt näher. Das Verlangen nach einer drastischen Veränderung auf dem Kopf auch. Aber wirkliche Ideen, wie man sein Haupthaar mal etwas mutiger gestalten könnte, kommen einem nicht so recht in den Sinn. Dann heißt der letzte Ausweg: im Internet um Rat fragen.

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Der Beruf des Friseurs hat eine lange Geschichte. Selbst die Römer haben sich schon Gedanken gemacht, was sie mit ihren Haaren machen und wie ihre Frisur aussehen soll. Heute bekommt ein Auszubildender oder eine Auszubildende je nach Ausbildungsjahr und Arbeitsort zwischen 1,50 und 4,00 Euro Stundenlohn. Die Folge: Viele Lehrstellen bleiben frei oder unbesetzt. Wer will und soll diesen Job noch machen? Weiterlesen

Redewendungen finden sich überall in unserer Alltagssprache und stehen sinnbildlich für Emotionen und Handlungen. Da Haaren in der Kulturgeschichte des Menschen eine bedeutende Rolle zukommt, sind sie zum Mittelpunkt vieler dieser Redewendungen und Sprichwörter geworden. Doch wir benutzen sie meist, ohne über die genauere Bedeutung nachzudenken.

Allerlei surreale Szenen würden sich abspielen, wenn wir Redewendungen wörtlich nehmen würden. Was würde geschehen, wenn uns wirklich Haare auf den Zähnen wachsen würden, sobald wir uns langweilen? Oder müssten wir Teller voller haariger Suppen auslöffeln, wenn andere etwas störend finden, für das wir verantwortlich sind? Wir wollen uns lieber gar nicht erst ausmalen, wie es wäre, wenn jemand versucht, uns ein Haar zu krümmen – eine wohl langwierige Angelegenheit. Viele unangenehme, peinliche und teilweise auch schmerzhafte Situationen wären also wohl das Ergebnis dieser Szenerien, die wir oft täglich verbal heraufbeschwören.

Ein kleines Rätsel zur Auflockerung des Arbeitsalltags gefällig?

Wir haben im täglichen Leben einmal nach genau diesen Situationen gesucht, uns in fremde Häuser und Gärten geschlichen und Freunde am Strand gestalkt. Zurückgekommen sind wir mit einem Film voller verrückter Szenen. Erkennt ihr, was dort vor sich ging? Alle blauen Felder ergeben am Ende ein Lösungswort!

 

Manche dieser Redewendungen sind doch wirklich!

Mehr haarige Redewendungen sind hier nachzulesen: https://www.phrasen.com/tags/haar

Weitere Quelle: Der Landrat (Hrsg.), Mülder-van Elten, & Wielebski. (2015). Kopfsache. Zur Kulturgeschichte der Haare. Grefrath: völker druck Goch.

Eine volle Haarpracht gilt nicht nur als Schönheitsideal, sie wird gleichzeitig mit Vitalität und Attraktivität assoziiert. Nicht selten kommt es bei Frauen wie Männern jedoch zum Haarausfall, der die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt und sich negativ auf das Selbstbewusstsein auswirkt. Oftmals erscheint eine Haartransplantation als letzte Möglichkeit, die kahlen Stellen am Kopf erfolgreich zu bekämpfen. Doch welche Methoden und Techniken werden heutzutage praktiziert? Welche Risiken birgt eine Haartransplantation und wie sieht es eigentlich mit den Kosten aus?

Der medizinische Fachausdruck für krankhaften Haarausfall lautet Alopezie. Frauen wie Männer sind vom Haarausfall betroffen, Männer leiden jedoch viel häufiger darunter. So tritt die androgenetische Alopezie, also der erblich bedingte Haarausfall, bei rund 80 Prozent der deutschen Männer auf, bei Frauen hingegen sind es nur 20 bis 30 Prozent. Neben der erblichen Veranlagung gibt es noch weitere Ursachen, die zum Haarausfall oder Ausdünnen der Haare führen können:

  • Probleme mit der Schilddrüse (Unterfunktion und Überfunktion)
  • Haarausfall durch bestimmte Medikamente
  • Haarverlust durch ungesunde Lebensweise: Stress, falsche Ernährung, Rauchen, zu wenig Schlaf
  • Insbesondere bei Frauen: Haarausfall in der Menopause (Umschwung des Hormonhaushalts), Einnahme oder Absetzen der Antibabypille, Haarausfall während und nach der Schwangerschaft
Mediziner können eine androgenetische Alopezie bei Männern sieben Stadien zuordnen. Stadium I entspricht dem Normalzustand, Stadium VII einer maximal ausgeprägten Glatze. Quelle: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Band 9, Supplement 6, Oktober 2011, S. 4.

Mediziner können eine androgenetische Alopezie bei Männern sieben Stadien zuordnen. Stadium I entspricht dem Normalzustand, Stadium VII einer maximal ausgeprägten Glatze. Quelle: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.

Doch warum sind insbesondere Männer so stark vom Haarausfall betroffen? Schuld ist in den meisten Fällen das männliche Sexualhormon Testosteron bzw. eines seiner Abbauprodukte namens Dihydrotestosteron (DHT). Dieses verkürzt die Wachstumsphase der Haare in der Kopfhaut und lässt die Haarwurzeln, auch Follikel genannt, absterben. Follikel am Hinterkopf hingegen scheinen relativ immun gegen DHT zu sein. Oft kann man beobachten, dass Männer ihr komplettes Haar am Oberkopf verloren haben, der Haarkranz am Hinterkopf aber weiterhin kräftig wächst. Aus diesem Grund eignet sich insbesondere dieses Areal für eine Haartransplantation, da die Region dicht mit Haaren besiedelt ist und die Follikel regelmäßig nachwachsen.

Die Haartransplantation verhilft zu neuer Haarpracht

Da der Leidensdruck der Betroffenen oftmals sehr hoch ist und viele Mittel zur Bekämpfung des Haarausfalls nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, entscheiden sich viele Leidtragende für einen operativen Eingriff. Bei einer Haartransplantation werden vorhandene Haare an eine Stelle mit wenig oder keinem Haar verpflanzt. Laut dem 2017 veröffentlichten Jahresbericht des Verbandes Deutscher Haarchirurgen e.V. Berlin (VDHC) wurden im Jahr 2016 weltweit etwa 600.000 Haartransplantationen durchgeführt, davon circa 80.000 in Europa. Vorzugsweise unterziehen sich Männer der operativen Haarverpflanzung: 85 % der Patienten waren männlich, nur 15 % weiblich. Seit der ersten Haartransplantation im Jahr 1952 in den USA von Dr. Norman Orentreich wurden die Methoden sowie Techniken kontinuierlich optimiert, um ein natürlich wirkendes Resultat zu erzielen.

Radikal gegen kahl: vor und nach der Haartransplantation. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Hod2Hnvh9q8.

Radikal gegen kahl: vor und nach der Haartransplantation. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Hod2Hnvh9q8.

Methoden der Haartransplantation

Für die Verpflanzung der Haare an eine andere Position gibt es mehrere Möglichkeiten. Ziel dabei ist eine möglichst narbenfreie Transplantation. Hier ein Überblick der Methoden, die aktuell am häufigsten praktiziert werden:

  • Micrograft-Methode (MMG)

Auch als Streifenmethode bekannt, da ein behaarter Hautstreifen vom Geber-Bereich, meist vom Hinterkopf, entnommen wird. Anschließend wird der Streifen in Micrografts, also in kleine Haarfollikel-Einheiten mit zwei bis vier Haaren, aufgeteilt. Danach werden die Grafts an den kahlen Stellen verpflanzt.

  • Follicular Unit Transplantation (FUT)

Bei dieser Methode wird ebenfalls ein Haar- bzw. Hautstreifen von einer behaarten Körperstelle entnommen. Dieser Hautlappen ist circa 10 bis 20 cm lang und 1 bis 2 cm breit. Im Gegensatz zur Micrograft-Methode werden die Hautstreifen mit einem Mikroskop in einzelne Follikulare zergliedert. Anschließend werden die Follikulare in die entsprechenden Stellen eingesetzt. Im Vorfeld werden dazu sogenannte Empfangslöcher gebohrt.

  • Follicular Unit Extraction (FUE)

Diese Art der Haarverpflanzung zählt zu den modernsten Methoden. Hier werden mithilfe einer sehr dünnen Hohlnadel schonend einzelne follikuläre Einheiten (bestehend aus einer bis vier einzelnen Haarwurzeln) aus dem Geber-Bereich entnommen und danach an den gewünschten Stellen eingesetzt. Den Ablauf einer Transplantation mit FUE-Methode gibt es hier zu sehen (Achtung! Nichts für schwache Nerven):

Risiken einer Haartransplantation

Wie jeder operative Eingriff birgt auch die Haartransplantations-Operation Risiken. Es können Infektionen der Haut auftreten sowie ein länger anhaltendes Taubheitsgefühl im Behandlungsgebiet. Zudem können sich Wunden entzünden und dadurch Narben auf der Kopfhaut bilden. Außerdem kann es passieren, dass Follikel abgestoßen werden und das Nachwachsen der Haare dadurch ausbleibt.

Was kostet eine Haartransplantation?

Kostenfaktor Haartransplantation in Deutschland. Verglichen mit anderen Schönheits-OPs liegt die Operation kostentechnisch im Mittelfeld. Quelle: https://www.haartransplantation-vergleich.de/kosten/.

Kostenfaktor Haartransplantation in Deutschland. Verglichen mit anderen Schönheits-OPs liegt die Operation kostentechnisch im Mittelfeld. Quelle: https://www.haartransplantation-vergleich.de/kosten/.

Die Preise für eine Haartransplantation variieren je nach Land und Aufwand der Operation. Je höher der Grad des Haarausfalls, d.h. je mehr Haarwurzeln verpflanzt werden müssen, umso höher sind die Kosten für eine Operation. In Deutschland muss mit Ausgaben zwischen 2.500 und 8.000 Euro gerechnet werden. In der Türkei hingegen zahlt man einen vergleichsweise geringen Preis für die Behandlung: gerade mal 1.300 bis 2.000 Euro. Das deutsche Online-Portal Statista verglich die durchschnittlichen Gesamtkosten von Schönheitsoperationen in Deutschland nach Art des Eingriffs in den Jahren 2013 bis 2017. Im letzten Jahr lag der Durchschnittswert bei 4720 Euro. Im Vergleich zum Jahr 2015 mit durchschnittlichen 5060 Euro macht sich also ein leichter Preisabfall bemerkbar. Ebenfalls gut zu wissen: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Eingriff in der Regel nicht.

Wenn dauerhafter Haarausfall eine so starke Belastung für die betroffene Person darstellt, dass er zur Einschränkung der Lebensqualität und psychischen Belastung führt, sollte eine operative Haartransplantation in Erwägung gezogen werden. Doch nicht jede Geheimratsecke ist gleich Vorbote für eine Glatze. Oftmals bedingt auch eine ungesunde Lebensweise einen temporären Haarverlust oder Haarausfall. Moderne Methoden der Haartransplantation versprechen eine schonende Haarverpflanzung, die Narbenbildung verhindern soll. Allerdings kann nicht garantiert werden, dass der Eingriff immer erfolgreich ist. Neben den gängigen Risiken einer Operation, wie beispielsweise einer Infektionsgefahr, könnte der Körper die verpflanzten Haarwurzeln abstoßen und dadurch kein neues Haarwachstum entwickeln. Dass die Haartransplantation schon lange kein Tabu-Thema, sondern längst salonfähig ist, verdeutlichen prominente Personen, wie etwa Jürgen Klopp und Christian Lindner. So gibt es aber auch Männer wie Jude Law und Bruce Willis, die zu Geheimratsecken und Glatze stehen und diese vermeintlichen Schönheitsfehler zu ihrem Markenzeichen machen.

Quellen und weitere Links zum Thema:

Haartransplantation

https://www.haartransplantation-vergleich.de/kosten/

https://www.tagesspiegel.de/advertorials/grosses-ergebnis-fuer-kleines-geld-kostenfalle-haartransplantation-die-tuerkei-ist-die-beste-wahl/20906776.html

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/haarausfall-beim-mann-so-funktioniert-die-haartransplantation-a-893953.html

https://www.haartransplantation-vergleich.de/methoden/

https://www.aktive-rentner.de/haartransplantation-3-methoden-und-ihre-vorgehensweise-vorgestellt.html

https://www.menshealth.de/artikel/haartransplantation.444310.html

https://www.apotheken-umschau.de/Haarausfall/Haarausfall-Was-Maennern-hilft-459469.html

https://www.vdhc.de/

Haarausfall

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/haarausfall-ursachen.html

http://www.medizinfo.de/pressemitteilungen/23.04.2012/Auszug%20S3-Leitlinie.pdf 

https://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Neue-Studie-Warum-kriegen-Maenner-eine-Glatze-id40831046.html

https://www.haarausfall.de/haarausfall/haarausfall-maenner

https://www.haarausfall.de/haarausfall/haarausfall-frauen

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Androgenetische%20Alopezie%20bei%20Frauen

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/haarausfall-frauen.html

https://www.onmeda.de/krankheiten/haarausfall.html

Erfahrungsbericht von einer Haartransplantation in der Türkei

https://www.youtube.com/watch?v=Hod2Hnvh9q8

Erfahrungsbericht von einer Haartransplantation in Deutschland (Kopf und Augenbrauen): Kim Debkowski (Künstlername: Kim Gloss)

https://www.youtube.com/watch?v=UhdbaNYbPFc

In den letzten Monaten schwirren verstärkt Bilder von Plastik in den Meeren durch die Medien. Häufig wird Mikroplastik in Shampoos und anderen Kosmetikprodukten als Ursache der Umweltverschmutzung genannt. Doch schaden nicht nur feste Plastikpartikel unserer Umwelt, auch in flüssiger Form ist Kunststoff in Shampoos enthalten. Welche Schadstoffe sind in Shampoos enthalten? Und wie kann dies beim Kauf entdeckt werden?

Mikroplastik findet sich in zahlreichen Alltagsprodukten.

Zunächst einmal: Was genau ist Mikroplastik? Und wo findet man es? Im März 2016 zitiert das Umweltbundesamt in einem Artikel über Mikroplastik in Kosmetik die EU-Kriterien für das EU-Ecolabel für Wasch- und Reinigungsmittel und definiert Mikroplastik als „Partikel mit einer Größe von weniger als 5 mm eines unlöslichen, makromolekularen Kunststoffs“.

Allerdings folgen auf EU-Kriterien keine rechtlichen Maßnahmen, wodurch die Kosmetikindustrie angehalten ist, auf Mikroplastik zu verzichten. Laut Greenpeace tricksen viele Hersteller beim Ausstieg vom Mikroplastik „da es keine offizielle, einheitliche Definition von Mikroplastik gibt“. Dabei kritisiert Greenpeace, dass der „freiwillige Ausstieg nur auf so genannte „Rinse-off“ Produkte, die sofort wieder von Haut und Haaren abgewaschen werden“ bezogen wird. So sind alle anderen Produkte, die längere Zeit auf dem Körper bleiben, von der Definition ausgeschlossen. Kunststoffe in flüssiger Form sind also nicht relevant und mogeln sich weiter durch Kosmetikprodukte in die Umwelt.

Fragwürdige Inhaltsstoffe und Handlungsbedarf

In einer NDR-Reportage vom 26.03.2018 mit dem Titel „Plastik in Kosmetik: Gefahr für die Umwelt“ wird verdeutlicht, welche chemischen Substanzen in Produkten versteckt sind, die wir täglich verwenden. Mikroplastik ist sichtbar in Peelings, Gesichtsmasken oder Zahnpasta. Flüssige Kunststoffe verstecken sich hinter komplexen chemischen Namen und sind für den Verbraucher nur schwer erkennbar. Synthetische Polymere wie Silikone sind ein günstiger Ersatz für pflanzliche Fette und Öle. Jedoch legen sich Silikone, wie z.B. Dimethicon, wie ein Film über die Haut und verstopfen die Poren.

Bereits 2010 erscheinen Berichte über unbedenkliche Kosmetikprodukte. Mit dabei ist auch ein ZEIT- Artikel mit dem Titel „Schaumige Versprechen“. Die Autorin Birgit Herden deckt dabei die Maschen der Kosmetikindustrie auf und verweist auf die negative Wirkung von flüssigem Kunststoff. Vermehrt kreisen Diskussionen um synthetische Kunststoffe in Shampoo und Cremes. 2015 empfiehlt die Europäische Chemikalienagentur, Silikonöle (Siloxane) aufgrund ihrer schwer abbaubaren und giftigen Eigenschaften zu meiden. Einige Hersteller suchen nach einer Alternative, die genauso wie Silikon für Glanz, Kämmbarkeit und Reduktion von Haarschäden sorgt. Der Ersatz: Polyquaternium.

Für die Hersteller war dies ein Werbeerfolg: Der Schriftzug „ohne Silikone“ war zunächst gewinnbringend und kam bei den Verbrauchen gut an. Die Gesellschaft war kurzzeitig überzeugt, ein Produkt zu nutzen, das dem Menschen nicht schadet. Doch was ist Polyquaternium? Und welche Auswirkungen hat es auf den Menschen und die Umwelt?

Das Kleingedruckte

Das Duschgel enthält Polyquaternium und sollte somit gemieden werden.

Polyquaternium besteht aus polymeren Molekülen, also Teilchen, die miteinander vernetzt sind und lange Ketten bilden.

Polyquaternium weist antistatische Wirkungen und filmbildende Eigenschaften auf. Zudem bewirkt der flüssige Kunststoff genau das, was sich viele Verbraucher bei der Verwendung von Shampoo und Spülung wünschen: glatte und glänzende Haare!

Die positiv geladenen Teilchen des Moleküls lagern sich an die negativ geladenen Teilchen der Haare an, sodass ein „Build-up-Effekt“ entsteht. Dadurch bleiben die Moleküle für lange Zeit auf den Haaren haften. Das klingt also zunächst gut, die Haare bleiben dadurch lange kämmbar und glänzend. Das verspricht doch Vorteile, oder etwa nicht?

Leider nein, denn man sollte wissen, dass Polyquaternium Spuren von Acrylamid aufweisen kann – einer krebserregenden Substanz. Des Weiteren wird Polyquaternium durch ein komplexes chemisches Verfahren hergestellt. Synthetischen Polymere wie Polyquaternium kommen nicht natürlich in der Umwelt vor und sind nicht oder nur schwer biologisch abbaubar. Polyquaternium dient hier nur als Beispiel, es gibt noch weitaus mehr Kunststoffe in Shampoos.

Und wie erkenne ich, ob Plastik drinsteckt?

Werner Eckert, SWR-Redaktion Umwelt und Ernährung, erklärt, dass die Bezeichnung „Poly-“ ein guter Indikator ist, um Kunststoffe im Shampoo oder anderen Kosmetikprodukten zu entdecken. Hier eine Liste der umweltschädlichen Kunststoffe:

Eine Übersicht über Kunststoffe kann beim Einkaufen helfen, umweltschädliche Produkte zu meiden.

Folgen für Natur und Gesellschaft

Klar ist, dass über das Abwasser Mikroplastik über Flüsse in die Meere gelangt. Also ist Kunststoff in Shampoos zunächst einmal ein Problem für die Umwelt. Allerdings sind die Schadstoffe nicht biologisch abbaubar und können auch von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden. In den Meeren angekommen, wird der Kunststoff von Tieren aufgenommen. Schließlich finden sich Kunststoffe in unserer Nahrung wieder und landen im menschlichen Körper.

Die Folgen: Flüssige Kunststoffe, wie Polyquaternium, können Entzündungen im Magen-Darm-Trakt hervorrufen. Darüber hinaus befürchten Experten eine Behinderung der Verdauung, die Einschränkung der Mobilität und des Fortpflanzungsverhaltens bei Tieren. Allerdings sind Forschungen zur Gesundheitsgefährdung der flüssigen Kunststoffe noch in den Kinderschuhen. Daher lassen sich keine weiteren Schritte gegen die Kosmetikindustrie einleiten, um flüssige Kunststoffe aus den Produkten zu vermeiden. In hochkonzentrierter Lösung ist Polyquaternium -10 giftig für Wasserorganismen. Für die Natur bedeutet dies schwerwiegende Folgen, und für den Menschen sind synthetische Polymere gesundheitsgefährdend. Welche Auswirkungen dies haben könnte, ist bisher noch unklar.

In Zukunft? Was nicht abbaubar ist, gehört nicht ins Abwasser!

Bevor beim nächsten Einkauf zum bisher verwendeten und günstigen Shampoo gegriffen wird, wäre es also ratsam, auf der Rückseite die kleingedruckte Inhaltsangabe zu prüfen. Ein mögliches Hilfsmittel ist die Code-Check App. Anhand dieser können Verbraucher die Produkte genau unter die Lupe nehmen. Dabei wird einfach der Barcode gescannt, und sofort erhält man Infos zu bedenklichen Inhalten. Eine weitere Alternative zu „Plastik-Shampoos“ sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte, wie Lavera und Weleda. Die Produkte verzichten auf Kunststoffe und Nutzen die Kraft der Pflanzen. Wer gerne einmal alternative Haarwaschmittel ausprobieren möchte, kann sich auf ganz natürliche Art mit Roggenmehl oder DIY-Shampoo die Haare waschen.

Lesenswerte Beiträge zur Geschichte des Shampoos und Erfahrungen zum Verzicht auf Shampoo sind in unserem Blog zu finden.

Weitere Informationen und Ratgeber finden sich unter Greenpeace und BUND.

 

Quellen:

https://utopia.de/ratgeber/mikroplastik-kosmetik-produkte/

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Plastik-in-Kosmetik-Gefahr-fuer-die-Umwelt,plastik236.html

https://www.swr.de/buffet/leben/mikroplastik-in-unserem-shampoo/-/id=257304/did=20227390/nid=257304/177e026/index.html

https://www.umweltbundesamt.de/themen/mikroplastik-in-kosmetika-was-ist-das