In „Herr der Ringe“ wird Frodo von Nazgul verfolgt, Harry Potter badet in Gesellschaft der Maulenden Myrte, der Geist von Aslan wacht über Narnia und Mina heiratet dem Vampir Dracula. Fantastische Literatur stellt unbegrenzte Möglichkeiten nicht lebende Kreaturen zu bilden, die noch immer in der „realen“ Welt existieren. Aber was für eine Realität konstruieren die Autor*innen und was für eine Rolle spielen ihre Gespenster in dem Ganzen?

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Ramsaier steht zwischen Urnen, Särgen und Kreuzen in seinem Bestattungsinstitut

Ist nach dem letzten Atemzug alles vorbei? Der Bestatter Helmut Ramsaier glaubt das nicht. Bei seiner Arbeit spürt er die Aura der Toten.

Mit einem Ruck öffnet Helmut Ramsaier die Tür des Kühlraums. Im Halbdunkel liegen drei tote Frauen auf Metallliegen. Laken bedecken ihre Körper, nur die erstarrten Gesichter schauen hervor. Während zwei Verstorbene bereits auf ihre Überführung nach Tunesien und Griechenland warten, ist die dritte noch nicht versorgt worden. Ihr Mund steht halb offen, die schütteren Haare sind zerzaust. „Meine Mitarbeiter haben sie erst heute Morgen abgeholt“, sagt Ramsaier entschuldigend.

Ramsaier – weißes Haar, schwarz gekleidet – ist Bestatter in der dritten Generation. Schon seit seiner Kindheit wird er mit dem Tod konfrontiert und zwar täglich. An den ersten toten Menschen, den er gesehen hat, kann er sich nicht mehr erinnern. Auch nicht, wie viele danach kamen. „Da ist so viel überlagert“, sagt er. „Es wird Alltag.“ Ein Alltag, der ihn nach wie vor schwer belastet. „Es gelingt mir mit zunehmendem Alter immer weniger, abends den Schlüssel rumzudrehen und die Eindrücke des Tages hinter mir zu lassen.“

Einerseits will Ramsaier Nähe zulassen, andererseits sich selbst schützen. Für ihn ist das ein täglicher Spagat, der nicht immer gelingt. Besonders schwer sei es, wenn er den Verstorbenen oder die Verstorbene kenne und wenn Kinder sterben. „Das sind Dinge, die können einen nicht kalt lassen“, sagt er. Oft wache er dann nachts mehrmals auf und das teilweise eine ganze Woche lang. Was in seinen Träumen passiert, bevor er aufschreckt, daran kann er sich nicht erinnern. Nie. „Vielleicht ist das ein körpereigener Selbstschutz, den ich entwickelt habe.“

„Das ist wie bei der Mafia“

Ursprünglich wollte Ramsaier beruflich etwas ganz anderes machen. Nach der Schule hat er eine Ausbildung im Sozialrecht gemacht, acht Jahre im Sozialministerium gearbeitet. „Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich diesen Weg nicht bis zur Pensionierung gehen möchte“, sagt Ramsaier. Deshalb hat er seine sichere Stelle als Beamter aufgegeben und wurde Bestatter, so wie sein Vater und Großvater vor ihm. Auch sein Sohn hat diesen Weg nach seinem Wirtschaftsstudium eingeschlagen. „Das ist wie bei der Mafia, da wird man hineingeboren“, habe er einmal gesagt, erzählt Ramsaier Senior.

Es ist ein gewagter Vergleich. Vor allem, weil Ramsaier seit mehr als 40 Jahren gegen den schlechten Ruf der Bestatter*innen ankämpft. „Wir wollen den Beruf endlich aus der Schmuddelecke rausholen“, sagt Ramsaier. Das fange schon mit dem Bild an, das viele Menschen von Bestatter*innen hätten: „Die denken, wir sitzen den ganzen Tag im Keller. Und was im Keller ist, hat keinen Wert.“ Deshalb befinden sich in seinem Bestattungsinstitut in Stuttgart-Vaihingen alle Räume über der Erde. Auch für die Toten tritt er ein. So hat er erreicht, dass im baden-württembergischen Bestattungsgesetz inzwischen von Verstorbenen statt von Leichen gesprochen wird – für ihn ein würdevollerer Begriff.

Verstorbene nehmen Lieblingskleider mit ins Grab

Instrumente im weißgekachelten Aufbereitungsraum des Bestattungsinstiuts Ramsaier

Haarbürste, Faden, Wildrosenseife: Helmut Ramsaiers Ausrüstung als Bestatter

Ein Mitarbeiter des Bestattungsinstituts kümmert sich inzwischen um die tote Frau mit den schütteren Haaren. Er hat sie auf ihrer Metallliege in den angrenzenden Raum geschoben. Dort werden die Verstorbenen medizinisch versorgt, wie es in der Fachsprache heißt. An der weißgekachelten Wand hängt eine Lehrtafel, die den menschlichen Körper zeigt. Die abgebildeten Knochen, Muskeln, Sehnen und Organe sind beschriftet. Darunter steht ein Metallschrank, auf dem nicht nur medizinisches Besteck, Kämme und Spulen mit Faden liegen, sondern auch eine Wildrosenseife von Weleda auf ihren Einsatz wartet.

Ungefähr 750 Bestattungen führt Ramsaier im Jahr durch. Acht von zehn Toten werden dabei aufgebahrt. Bevor die Angehörigen sich von ihren Verstorbenen verabschieden können, haben er und seine Mitarbeiter*innen viel zu tun: Nase und Speisröhre verschließen sie mit Watte, damit keine Gerüche entweichen können. Ober- und Unterkiefer nähen sie zusammen. Und geöffnete Augenlieder schließen sie, indem sie eine Plastikkappe mit kleinen Spitzen unter diese schieben. Danach frisieren sie die Verstorbenen wie zu Lebzeiten und schminken sie dezent. „Wir wollen, dass die Aufgebahrten für ihre Angehörigen vertraut aussehen“, sagt Ramsaier. Dazu gehört auch, dass sie im Sarg ihre Lieblingskleider tragen – also eher ein kariertes Hemd statt einem formellen Anzug.

Ramsaier ist es sehr wichtig, mit allen Verstorbenen liebevoll umzugehen. „Weil sie sich nicht mehr wehren können“, sagt er. Dennoch fühlt er sich manchen näher als anderen. Wenn sich im Beratungsgespräch mit den Angehörigen eine gewisse Vertrautheit entwickelt habe, übertrage sich das auf seine Arbeit danach. Es gibt aber auch tödliche Krankheiten, die diese Nähe für ihn erschweren – zum Beispiel Nierenversagen. Die Betroffenen scheiden einen Großteil der Schadstoffe über die Haut statt wie sonst über den Urin aus. „Das führt zu einem sehr unangenehmen Geruch“, erklärt der Bestatter. „In unserer Branche sagen wir dann: Der hat ein sehr intensives Deo“.

„Tote Menschen haben eine Aura“

Wenn Ramsaier sich um Verstorbene kümmert, spürt er ihre Präsenzen. Für ihn sind sie noch anwesend, auch wenn sie schon gegangen sind. „Es gibt Menschen, die haben eine bestimmte Aura, auch wenn sie tot sind“, versucht er sein Empfinden zu erklären. „Man nimmt wahr, ob jemand gut gewesen ist oder gravierende Ecken und Kanten hatte.“ Besonders stark spüre er diese Aura bei sogenannten Anthroposophen und Anthroposophinnen. Ihrer spirituellen Weltanschauung nach besteht ihr Wesenskern fort und verlässt drei Tage nach dem Tod ihren Körper.

Auch Ramsaier glaubt an ein Leben nach dem Tod. „Ich komme aus einem evangelischen Elternhaus, bin aber außerdem geprägt durch den tibetanischen Lamaismus.“ Er könne sich einfach nicht vorstellen, dass mit dem Tod alles ende. „Da bin ich nicht konform mit der Auffassung meiner Frau“, so der Bestatter. „Die sagt ganz klar: Mit dem letzten Schnaufer ist alles vorbei.“

Ist ein Medium jemand, der mit Geistern in Verbindung tritt? Jemand, der Energien aus unterschiedlichen Dimensionen wahrnimmt? Wie wird man ein Medium? Wie funktioniert Channeln? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund.

Eine junge Frau sitzt mit Tränen in den Augen mit Theresa Caputo am Tisch. Die junge Frau heißt Kearstan und hat ihren Freund bei einem Asthmaanfall verloren. Sie erlebt diesen Moment immer und immer wieder. Sie kann nicht loslassen und sagt, sie habe ihr Glück, ihre Liebe verloren. In der Serie „Long Island Medium“ will das beliebte Medium ihr nun helfen, diesen tragischen Verlust hinter sich zu lassen. Sie nimmt Kontakt zu Kearstan’s Freund auf: „Er möchte dir danken, weil du ihn so geliebt hast, wie er es verdient hat.“

In der Medienwissenschaft ist ein Medium ein Mittel zur Wahrnehmung, der Verständigung, der Verbreitung sowie eine Form von Kommunikation. Doch auf spiritueller Ebene ist ein Medium ein Mensch, der Verbindung zur Geisterwelt bzw. zu einer anderen Dimension aufnimmt und Botschaften empfängt. Anders ausgedrückt ist ein Medium eine Art Übersetzer zwischen der realen und der unsichtbaren Dimension. Deshalb wird ein Medium auch oft Channel genannt.

Wie wird man ein Medium?

Eine Infowebseite über mediale Ausbildungen sagt, die Grundvoraussetzung um ein Medium zu werden sei zu akzeptieren, dass der menschliche Körper nur eine Hülle der Seele ist, die den physischen Tod überlebt und irgendwo weiter existiert.

Laut Susanne, die sich selbst als Medium bezeichnet, ist die sogenannte Medialität keine Gabe, die nur Auserwählte besitzen. Es gibt Theorien die besagen, dass grundsätzlich jeder Mensch dazu in der Lage sei, mit anderen Dimensionen zu kommunizieren. Denn jeder Mensch besitzt eine mehr oder weniger ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit. Doch jedem Menschen ist es selbst überlassen, ob er diese bereits vorhandene Fähigkeit weiterentwickelt oder nicht.

Ein Medium muss lernen sich mit der Geisterwelt zu verbinden, das Wahrgenommene richtig einzuordnen und lernen zu unterscheiden, mit wem es in Verbindung steht. Einige Menschen besitzen seit ihrer Geburt oder frühen Kindheit diese Fähigkeiten, andere müssen die Fähigkeiten trainieren und weiterentwickeln. Auch eine Nahtoderfahrungen oder die Trauer um einen geliebten Menschen kann diese Fähigkeiten auslösen.

Channeling? Wie arbeitet ein Medium?

Übersetzt bedeutet Channeling „Etwas durch einen Kanal empfangen“. Der Kanal ist dabei das Medium. Somit ist das Channling die Anwendung der medialen Fähigkeiten, also das Herstellen der Verbindung zur Geisterwelt und das Übersetzen von Botschaften.

Ein Medium spricht weniger von der Geisterwelt sondern von einer anderen Dimension. Diese Geisterdimension umgibt uns und ist nicht von der menschlichen Welt getrennt. Dimensionen sind unterschiedliche Bewusstseinsebenen. Um dies besser zu verstehen, vergleicht „Mediumausbildung“die Dimension mit einem Radio. Jeder Kanal bzw. Dimension hat eine andere Frequenz als die des menschlichen Körpers. Erst wenn die Abstimmung stimmt, kommt eine klare und deutliche Verbindung zustande. Ein Medium lernt sich auf diese Frequenz einzustimmen. Allerdings entscheidet letztendlich der Geist, ob diese Verbindung entsteht.

Kommt eine Verbindung zustande, muss sich das Medium zuerst sicher sein, um wen es sich handelt. Vor allem bei Verstorbenen ist es wichtig zu wissen, wie er gestorben ist, wie er aussah oder ob er Eigenheiten hatte. Ist das Medium sich sicher, beschreibt es was er sieht, hört und fühlt. Das „Wesen“ in einer anderen Dimension teilt alles mit was er zu sagen hat, warnt vor Gefahren oder beantwortet offene Fragen. Die Aufgabe eines Medium ist es dem Kunden mit Hilfe des Geistes Fragen zu beantworten und Klarheit zu schaffen. Oft wird dadurch ein neuer Blickwinkel eröffnet.

Allerdings kommt nicht immer eine Verbindung zustande. Laut dem Onlinemagazin Viversium- Sprituelle Lebensberatungist dies unter anderem von folgenden Faktoren abhängig:

  • Der Geist will nicht in Kontakt treten.
  • Dem Medium fehlt die Erfahrung, fühlt sich nicht gut oder ihm fehlt die Energie.
  • Der Kunde glaubt nicht daran, dass die Verbindung zustande kommen kann.
  • Der Kunde muss offen und bereit für die Botschaften sein und darf keine Angst vor Negativem haben.

Kritik

Channeling findet heutzutage auf viele Arten statt:

  • Auf Esoterikmessen
  • Kostenpflichten Telefonhotlines
  • Einzelsitzungen
  • Gruppensitzungen

Kunden suchen Rat und zahlen dafür, laut Zeit-Online, bis zu 180 Euro pro Stunde. Einige Medien machen Vorschläge, was der Kunde zu tun hat. Beispielsweiße einem Missbrauchstäter zu verzeihen oder den Beruf wechseln. Die Gefahr der Abhängigkeit besteht, da der Kunde sich nicht mehr zutraut Entscheidungen alleine zu treffen und immer und immer wieder das Medium aufsucht. Das Medium Susanne betont ausdrücklich auf ihrer Webseite, dass sie keine Entscheidungen für den Kunden trifft oder ihm sagt, was er zu tun hat. 

Auch Theresa Caputo muss mit Kritik und Betrugsvorwürfen leben. Laut Focus-Online gibt es Vorwürfe von Ron Tebo, Gründer der Webseite SciFake.com. Caputo würde die sogennate „Cold Reading“ Technik anwenden. Aufgrund der Kleidung und Körpersprache schließt man auf hier auf Probleme der Person, stellt allgemeine Fragen und erhöht somit die Chance auf einen Treffer. Des Weiteren würden die Kunden bzw. Klienten vor dem Treffen mit Caputo genau durchleuchtet und analysiert werden.

Vieles ist nicht wissenschaftlich erklärbar – dazu gehört wohl auch die Kommunikation mit Verstorbenen. Doch muss immer alles rational erfasst werden? Ob wir nun an die Fähigkeiten eines Medium glauben, bleibt jedem selbst überlassen. Aber unsere Lieben sind immer bei uns. Wenn wir sie brauchen, geben wir uns Kraft.

„Jeder, der schon einmal einen geliebten Menschen verloren hat, wünscht sich einen letzten Augenblick, um noch etwas zu sagen, was er unbedingt sagen wollte.“ 

Jennifer Love Hewitt

Jeder von uns kennt die Versuche des Friseurs oder der Friseurin während der Behandlung zaghaft ein Gespräch zu beginnen. Jeder von uns kennt die innere Zerrissenheit zwischen weiterem Anschweigen mit vereinzeltem Augenkontakt oder einer oberflächlichen, weitestgehend uninteressierten Unterhaltung. Gelegentlich entstehen aus der Not heraus aber auch humorvolle Gespräche, die das Haareschneiden erträglich machen.

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Ist die lange Mähne nur noch nervig? Oder willst du mal eine neue Frisur ausprobieren? Aber die Haare einfach wegzuwerfen, ist auch zu schade? Wer seine Haare abschneiden möchte, der kann – wenn er bestimmte Voraussetzungen erfüllt – diese auch spenden. Was es für Organisationen gibt, welche Voraussetzungen man erfüllen muss und an wen die Haare gehen, erfährst du hier.

Die Organisationen

Eine sehr bekannte Organisation, die sich in den USA befindet, ist „Wigs for kids“. Sie wurde 1981 von Jeffrey Paul, einem Friseur, gegründet. Sein Anliegen: Kindern, die durch Krebs ihre Haare verloren hatten, ein Stückchen Normalität wiedergeben und ihr Selbstwertgefühl aufbauen. Auf der Homepage schreibt er:

„Children shouldn`t have to worry about how they look, especially when they’re in the middle of a health crisis“.

Gerade als Kind oder Jugendlicher kann das Aussehen eine große Rolle spielen. Damit die Kinder sich so normal wie möglich fühlen, bekommen sie Echthaarperücken aus Spenderhaar. Doch nicht nur in den USA gibt es die Möglichkeit, Haare zu spenden. Auch bei uns gibt es viele Organisationen, die Haarspenden annehmen.
In Deutschland gibt es beispielsweise die Organisationen haare-spenden.de, die Haarspender, den Verein Haarfee oder BVZ Rapunzel.

Wenn du deine Haare lieber behalten willst, kannst du dennoch etwas Gutes tun. Die meisten Organisationen nehmen sowohl Haarspenden als auch Geldspenden an. Die Initiativen lassen aus den gespendeten Haaren Perücken machen oder stellen sie sogar selbst her, um sie dann an kranke Kinder zu verschenken. Bei haare-schneiden.de musst du auf einem Formular ankreuzen, dass das gespendete Haar kostenlos an ein erkranktes Kind gehen soll, da dort auch kostenpflichtige Perücken hergestellt werden. BVZ Rapunzel versteigert das wertvolle Echthaar und gibt den Erlös an gemeinnützige Organisationen wie „Humor hilft heilen“ weiter.

Welche Voraussetzungen muss das Haar erfüllen?

Wer sich zu oft die Haare glättet schädigt die Struktur. Solche Haare sind für Spenden nicht geeignet.

Am wertvollsten ist gesundes, unbehandeltes Haar. In der Regel muss das gespendete Haar eine Mindestlänge von 25 cm haben, je länger das Haar ist, desto besser. Um die Perücken herstellen zu können, braucht man gleichmäßige Längen. Haare-schneiden.de zahlt ab einer Länge von 30 cm eine zusätzliche Spende an eine ausgewählte Partnerorganisation. Welche der Organisationen unterstützt wird, kann der Spender selbst entscheiden.

Für qualitativ hochwertige Perücken sollte das Haar zudem unbehandelt sein. Gefärbtes Haar kannst du bei manchen Initiativen aber dennoch spenden, sofern es in seiner Struktur nicht geschädigt ist und einen gleichmäßigen Farbverlauf hat. Die Haare sollten am besten in einer natürlichen Farbe gefärbt sein, da die Perücken dem Echthaar der Kinder ähneln sollen. Der Verein Haarfee nimmt allerdings keine gefärbten Haare an. Zöpfe, die schon vor ein paar Jahren abgeschnitten und aufbewahrt wurden, können ebenfalls gespendet werden. Die Haare können noch nach 70 Jahren Aufbewahrungszeit genutzt werden. Nicht für Spenden geeignet sind Dreadlocks, Haare, die eine Dauerwelle mitgemacht haben, chemisch geglättetes Haar oder stark beanspruchtes Haar (z. B. durch tägliches Glätten oder andere Hitzeschäden).

Wie und wo kann man seine Haare abschneiden lassen?

Wenn du dich dazu entscheidest, deine Haare zu spenden, hast du zwei Möglichkeiten: entweder du gehst zu dem Friseur deiner Wahl, oder du greifst selbst zur Schere. Viele Friseure bieten das Abschneiden für Haarspenden vergünstigt oder sogar kostenlos an. Listen zu Partnersalons einzelner Organisationen finden sich auf deren Website. In beiden Fällen musst du ein paar Dinge beachten.

Das Haar sollte vorher gewaschen, getrocknet und gut durchgekämmt sein, damit alle Haare in Wuchsrichtung liegen. Teile das Haar am besten in mehrere kleinere Zöpfe auf, dadurch werden weniger Haare zu kurz abgeschnitten. Die Zöpfe sollten mit kleinen Haargummis zusammengebunden werden. Schneide das Haar über dem Haargummi ab, so fallen die Haare nicht auseinander und können leichter geordnet werden. Achte darauf, dass die Zöpfe eine Mindestlänge von 25 cm haben. Bei langen Zöpfen ist es hilfreich, das Haar auch noch mal weiter unten zusammenzubinden. Die Zöpfe können anschließend gebündelt und in einem festen Umschlag an die Initiative deiner Wahl gesendet werden. Je nachdem welche der Organisationen gewählt wird, muss ein Formular ausgefüllt oder eine E-Mail-Adresse angegeben werden, damit man über den Erhalt der Haare Bescheid bekommt.

An wen geht das Spenderhaar?

Das gespendete Haar geht an Kinder, welche durch eine Krankheit ihre Haare verloren haben. Das kann durch Krebs, die Autoimmunerkrankung Alopecia areata oder andere Krankheiten ausgelöst werden. Die Perücken aus gespendetem Haar werden an Kinder und ihre Eltern verschenkt oder kostengünstig bereitgestellt. Normalerweise beginnen Preise für natürlich aussehende Perücken ab etwa 1.200 Euro. Diese Perücken sind in der Regel aber chemisch behandelt oder bestehen aus hochwertigem Kunsthaar. Unbehandeltes Echthaar ist immer noch am besten geeignet und sieht natürlich aus. Perücken aus europäischem Echthaar sind allerdings sehr teuer, wodurch der Preis für eine solche Perücke oft über 3.000 Euro geht. Die verschenkten Perücken ermöglichen es Kindern, sich wieder wohl zu fühlen in ihrer Haut.

 

Einige von uns kennen das: Man träumt von einer wallenden, glänzenden Mähne und wenn man morgens aufsteht, erschrickt man über das Vogelnest, das sich über Nacht auf dem Kopf gebildet hat. Dann beginnt man verzweifelt, mit Wasser, Schaumfestiger, Anti-Frizz-Mitteln oder, wer es lieber natürlicher mag, mit Kokosöl etc. gegen den Frizz anzukämpfen. Nur um nach einigen Minuten entnervt aufzugeben und wieder einmal mit der Notlösung – einem Dutt – aus dem Haus zu gehen.

Meine Geschichte

Ich als Kind.

So ging es mir viele Jahre lang. Als Kind hatte ich lange, wellige Haare mit glatter Struktur. Mit etwa elf Jahren bekam ich die grandiose Idee, mir die Haare auf Schulterlänge abschneiden zu lassen. Und damit fing es an. Die Klassenfotos der ersten Jahre auf dem Gymnasium zeigen klar nachvollziehbar, wie meine Haare von glatt über eine Frisur wie Emma Watson als Hermine-Granger-im-ersten-Harry-Potter-Film zu – nennen wir es mal hauptsächlich lockig – wurden. Hauptsächlich lockig deshalb, weil meine Locken grundsätzlich nur direkt nach dem Waschen gut aussahen. Und auch nur, wenn ich sie nicht zu kurz aber auch nicht zu lange im Handtuch gelassen habe, den perfekten Moment abpasste, um den Schaumfestiger aufzutragen und sie danach bloß nicht mehr anfasste oder sie irgendeiner Art von Reibung aussetzte. Von Föhnen mal ganz zu schweigen. Das Ganze hielt dann maximal bis zum nächsten Tag, wenn ich mit dem bekannten Vogelnest wieder aufwachte.

Der Kampf mit dem Frizz

Zugegeben – Haare sehen etwas anders aus. Aber ihr wisst was ich meine?

Ich habe jahrelang wirklich alles versucht. Ich habe alles an Anti-Frizz-Produkten durch, was die Beauty-Industrie zu bieten hat. Zusätzlich habe ich mit einem Dutt geschlafen, mit einem Zopf, mit zwei Zöpfen oder im Sitzen. Ich habe den perfekten Moment abgepasst, um die Pflegemittel aufzutragen und ihn ebenso oft verpasst. Und ich habe Kokos-Shampoo mit echten Stückchen, Anti-Frizz-Spülungen, Lovely-and-Smooth-Hair-Spray und Perfectly-Shiny-Hair-Balm benutzt. Alles ohne Erfolg. Das Vogelnest war jeden Morgen zuverlässig wieder da. Wenn die Haarwurzel gekrümmt ist, kann man eben nichts machen (siehe Blog-Beitrag zum Thema Haarstrukturen).

Was sind eigentlich „schöne“ Locken?

Ich zur Abwechslung mal mit „schönen“ Locken.

Ich möchte Locken keineswegs verteufeln. Die ganzen Hilfsmittel wie Lockenstäbe und -wickler, Papilotten oder Salz-Sprays für die perfekten Beach-Waves gibt es ja deshalb, weil sich viele Menschen Locken wünschen. Und ganz ehrlich, genau solche Haare wünsche ich mir ja auch. Das Problem ist nur, dass diese Produkte für Menschen mit glatten Haaren entwickelt worden sind. Und die haben keine Probleme mit dem Frizz, der bei Menschen mit Naturlocken meist automatisch entsteht.

Manchmal – meistens direkt nach dem Haarewaschen – schaue ich in den Spiegel und denke mir: Eigentlich kann ich ja froh sein, solche Haare zu haben, für die andere stundenlang mit dem Lockenstab hantieren müssen. Aber dann gehe ich raus in den Regen, ziehe mich um oder schlafe eine Nacht (im Liegen) – und schon hat sich das mit den „schönen“ Locken erledigt.

Auch die Reaktionen auf meine Haare waren schon immer sehr unterschiedlich: „Du hast doch so schöne Locken“ oder „andere brauchen Stunden dafür, um so auszusehen“, war die Meinung mancher. Aber auch das Gegenteil war der Fall. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Kommentar eines Klassenkameraden. Dieser erklärte mir nach dem Schwimmunterricht: „Deine Haare sehen ja schon ein bisschen so aus, als hättest du in die Steckdose gefasst.“ Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschen verstehen nicht ganz, wie viel Mühe man sich geben muss, um frizz-freie Locken hinzukriegen.

Und der Grad zwischen „schönen“ Locken und einer Frisur wie ein aufgeplatzes Sofakissen ist ziemlich schmal und manchmal nur eine Nachtruhe voneinander entfernt. Nun könnte man ja sagen, es ist egal, was die anderen denken. Es kommt darauf an, dass ich mich gut fühle. Aber gerade in der Pubertät, wenn man sich ohnehin nicht so ganz sicher ist, wie man eigentlich aussehen soll oder will, können einen Kommentare wie der meines Klassenkameraden schon mal verunsichern.

Die Not-Lösung

Vielleicht hängt mein Wunsch nach glatten Haaren damit zusammen, dass man ja angeblich nie mit dem zufrieden ist, was man hat. Aber eigentlich wollte ich ja gar keine glatten Haare, ich wollte doch nur kein Vogelnest mehr! Immer wieder ließ ich meine Haare natürlich, manchmal auch um den Frizz-Hassern zu zeigen, dass mir ihre Meinung nicht wichtig war. Aber nach einiger Zeit stellte ich fest, dass ich mich durch diese Trotzhaltung auch nicht besser fühlte. Also beschloss ich für mich, dass ich mich mit glatten Haaren wohler fühlte und fing an, meine Haare regelmäßig zu glätten.

Obwohl ich mich damit weitaus wohler fühlte, tat das dauerhafte Glätten den Haaren natürlich nicht gut. Länger als bis kurz über die Schultern konnte ich sie nicht wachsen lassen, weil sie an den Spitzen immer abbrachen. Außerdem nahm es ziemlich viel Zeit in Anspruch und – andere Menschen mit Locken kennen das: man kann nie „mal eben schnell Haare waschen“. Nein, bei Locken-Trägern will jede Haarwäsche sorgfältig geplant sein.

Also begann ich mich nach einigen Jahren, nach dauerhaften Glättungsmethoden umzusehen. Eine chemische Glättung kam nicht in Frage. Schließlich wollte ich meine Haare ja eigentlich wachsen lassen und ich wusste, wie schädlich die Chemikalien sind. Während meines Au-Pair-Jahres in London nach dem Abitur stieß ich dann zufällig auf eine neue Methode, die ich seitdem zweimal angewandt habe: mit zunächst ernüchternden, dann aber sehr zufriedenstellenden Ergebnissen.

In meinem nächsten Beitrag werde ich euch Näheres über meine persönliche Lösung für frizz-freie Haare erzählen…

 

Selten hat ein Protagonist einer Serie so eine große Entwicklung durchgemacht wie Walter White in Breaking Bad – inklusive seiner Haare. Diese entwickeln sich während der Serie parallel zu seiner Persönlichkeit. Neben seiner Frisur sind auch die Frisuren der anderen Figuren symbolisch aufgeladen. Und da die von Hairstylisten inszenierten Frisuren im Film selten ihre verdiente Aufmerksamkeit bekommen, soll sich das jetzt ändern.

 

Breaking Bad und Hairstylist? Wer diese Serie kennt, wird jetzt vermutlich lachen, denn ein auffälliges Stilmittel ist nicht nur Walter Whites Frisur, sondern auch die der anderen männlichen Protagonisten – nämlich die Glatze.

Dieses Mem (deutscher Begriff für Meme, geht zurück auf Richard Dawkins) ging mit der Bildunterschrift „Kelly Nelson has the easiest job in the history of jobs“ durch das Internet. Natürlich finde ich nicht, dass Kelly Nelson den leichtesten Job der Welt hat. Wie meine Film-Dozentin immer so schön gesagt hat: „Film kostet Geld. Da passiert nichts zufällig!“ Und vor allem nicht, wenn die Glatze sich so durch die Serie zieht. Was steckt demnach hinter Nelsons Glatzen-Symbolik in Breaking Bad?

 

 

Vom Chemie-Lehrer zum Drogenbaron

Der erste Wendepunkt in Walter Whites Geschichte ist seine eher aussichtslose Krebsdiagnose. Aus diesem Schicksalsschlag heraus entscheidet er sich zu einem drastischen Schritt. Anstatt weiter Chemie-Unterricht in einer High School zu geben, kocht er Crystal Meth, um seiner Familie nach seinem Tod genug Geld zu hinterlassen. Für manche zur Einstimmung, für andere zur Wiederholung, gibt es hier eine kleine Zusammenfassung der fünf Staffeln Breaking Bad in drei Minuten:

 Je weniger Haare desto gewalttätiger

Wie man im Mem oben sehen kann, hat fast der ganze Männercast der Serie wenige Millimeter lange bis gar keine Haare. Im Allgemeinen beobachtete ich während der Serie Folgendes: je weniger Haare die Figuren haben, desto gewalttätiger, gefährlicher und teilweise auch böser werden sie. Das folgt ganz dem Vorbild anderer Bösewichte der Filmgeschichte wie Ernst Blofeld bei James Bond oder Lord Voldemort in Harry Potter.

Walter White Jr. und Gale Boetticher sind die einzigen beiden sympathischen, netten und ungefährlichen männlichen Hauptfiguren der Serie. Und guess what, sie haben beide volles Haar. Die einzige Waffe, die die beiden haben, ist vielleicht ihre Sensibilität oder ihre geradezu naive Nettigkeit.

Saul Goodman mit seiner immer perfekt sitzenden Haartolle steht in dieser Theorie freilich für sich. Er ist zwar der kriminelle Anwalt, macht sich jedoch nie die Hände schmutzig und wahrt den Schein des seriösen Anwalts, sodass er mit seiner perfekten Frisur keine direkte Gefahr oder Gewalt ausstrahlt.

In den frühen Folgen der Serie haben außerdem die zwei Hauptfiguren Jesse Pinkman und Walter White eine normale, unauffällige Kurzhaarfrisur. Als die beiden im großen Stil in die Drogengeschäfte einsteigen wollen, hadern sie noch sehr oft mit ihrem Gewissen, haben noch eine Spur von Moral und bringen es kaum über sich, Gewalt anzuwenden oder jemandem umzubringen.

Walter White alias Heisenberg

 Erst nachdem Walter seine Lungenkrebsdiagnose erhalten und das erste Mal mit bloßen Händen jemanden umgebracht hat (Staffel 1 Folge 3), entscheidet er sich, seine ausfallenden Haare abzurasieren (Staffel 1 Folge 6). Sein Gewaltpotenzial ist zu diesem Zeitpunkt schon beunruhigend gestiegen. Um gegenüber dem konkurrierenden Drogenboss Tuco furchteinflößend zu wirken, entscheidet sich Walter zu diesem Frisurenwechsel. Kurz darauf verursacht er in Tucos Hauptquartier eine Explosion – mit der neuen Frisur beginnt Walter also, sein Gewaltpotenzial so richtig auszuschöpfen. Darüber hinaus ist dieser Frisurenwechsel ebenfalls symbolisch eine Transformation in Walters Persönlichkeit. Nicht nur sein Charakter verändert sich zum Bösen hin, sondern er erschafft zu diesem Zeitpunkt ebenfalls sein Alter Ego Heisenberg, den Drogenbaron. Seine neue Frisur steht folglich für seine neue Identität. Die alte Identität des unscheinbaren, passiven und unterdrückten Verlierers legt er als glatzköpfiger, furchteinflößender Heisenberg ab. Diesen Übergangsritus des Frisurenwechsels kennen wir aus unserem Alltag, wenn wir uns passend zu einem neuen Lebensabschnitt, beispielsweise nach einer Trennung, verändern wollen.

Am Ende der Serie erleben wir Walter als pure Gegenerscheinung: Mit langen Haaren und langem Bart erkennen wir ihn kaum wieder. Zu diesem Zeitpunkt ist er aus dem Drogengeschäft ausgestiegen und auf der Flucht. Er lässt sich die Haare wieder wachsen, da er von seiner Heisenberg-Identität zur Walter-White-Identität zurückgekehrt ist. Jedoch wachsen seine Haare scheinbar unkontrolliert, ungebändigt und wild. Sein Bart und seine Haare sind länger, als sie es jemals in der Serie waren. Dieses Erscheinungsbild passt zu ihm – Walter White als Flüchtender vor seinem alter ego und seiner Drogenbarongeschichte. Er lebt zurückgezogen in einer Hütte im Wald – und genau so sehen seine Haare aus. Er ist nicht mehr der Gleiche wie am Anfang. Deshalb stellen seine Haare eine neue Seite von ihm dar und machen ihn optisch durch das Verwahrloste zum Außenseiter der Gesellschaft.

Die Skala der haarlosen Gewalttätigen

Jesse Pinkmans Wuschelkopf hingegen bleibt ihm recht lange erhalten. Erst in Staffel 4 Folge 4 rasiert dieser sich die Haare vor lauter Schuldgefühlen ab, nachdem er das erste Mal jemanden umgebracht hat. Durch diese Tat wird Jesse noch stärker verändert als Walter. Seine zuvor noch leichtsinnige Persönlichkeit macht mit dem Frisurenwechsel eine Transformation hin zu einer ernsthaften, verbitterten und gewalttätigen Persönlichkeit durch. Danach steigt Jesses Bereitschaft zur Gewalt immens. Erst als er sich in Gefangenschaft befindet, wachsen seine Haare wieder. Verwahrlost, wild und ungebändigt symbolisieren sie sein Leben, das nicht mehr er selbst, sondern seine Peiniger in der Hand haben.

 

Bei der Entwicklung in diesem Video sieht man die Veränderung sowohl in Jesses Persönlichkeit als auch bei seiner Frisur.

 

In die Reihe der immer haarloseren Protagonisten gehören außerdem in aufsteigender Reihenfolge nach der Gewalttätigkeitsskala Mike Ehrmantraut, der clevere Drogenboss Gus Fring, der soziopathische Drogenboss Tuco Salamanca und die Auftragskiller-Zwillinge aus Mexiko. All diese Figuren bewegen sich von Anfang an auf der bösen und illegalen Seite, sodass sie von Beginn furchteinflößend erscheinen. Verstärkt wird dieser Eindruck auch durch die Glatze der Figuren.

Doch auch Hank, der DEA Agent und Walters Schwager, hat eine Glatze, obwohl er auf der Seite des Gesetzes steht. Hank steht ab Folge eins der Serie für Männlichkeit. Er ist impulsiv und schreckt nicht davor zurück in seinem Beruf als DEA Agent Gewalt anzuwenden, auch gegenüber Wehrlosen. So prügelt er Jesse Pinkman krankenhausreif. Schließlich ist es Hank, der herausfindet, wer Heisenberg ist und so zur Gefahr für Walter wird.

Das Symbol Glatze

Eine Glatze ist demnach nicht immer ein Beweis dafür, dass die Figur auf der bösen Seite steht. Vielmehr symbolisiert sie bei allen Figuren Gewalttätigkeit, Gefahr und Männlichkeit. Haare funktionieren in dieser Serie als symbolische Wendepunkte. Sie führen uns die Transformation der Figuren vor Augen und drücken gleichzeitig Charaktereigenschaften und teilweise Milieu- und Szenezugehörigkeiten aus.

Wie Frisuren Schauspieler beim Einfühlen helfen

Haare wirken nicht nur auf den Zuschauer, indem sie etwas symbolisieren oder veranschaulichen, sondern auch auf den Schauspieler. Frisuren können Schauspielern nach dem Prinzip des Method Actings beim Einfühlen in die Rolle helfen. Der Schauspieler Bryan Cranston findet sichtlich Gefallen daran, sich über seine Haare als Walter White zu identifizieren. Bei diesem Auftritt zeigt Cranston, wie er sich innerhalb von Minuten durch die Frisur und das Kostüm in Walter White verwandeln kann. Ein Schmankerl für jeden Breaking Bad Fan…

 

 

  • Genre
  • Produktionsland und Sprache
  • Erstausstrahlung
  • Dauer
  • Episoden
  • Idee
  • Produktion
  • Cast & Crew
  •  Drama, Krimi
  • USA, Englisch
  •  20. Januar 2008 (USA auf AMC)
  • 2008-2013
  • 62 Episoden in 5 Staffeln
  • Vince Gilligan
  • Vince Gilligan, Mark Johnson
  • Cast & Crew

 

Quellen:

 

Mehr Bedeutung von Haaren in Film gefällig?

Dann hier entlang: Neunmal Perücke, neunmal Sophie.

Lego Batman Figur

Helden gibt es seit der griechischen Antike. Herkules, Odysseus oder Achilles, ihre Geschichten sind fast jedem bekannt. Sie besaßen alle bewundernswerte und begehrte Charaktereigenschaften, denen die Menschen versuchten nachzueifern. Stark, mutig und geschickt, von einem oder mehreren Göttern gesegnet, war es ihnen möglich, ihren Mitmenschen zu helfen. Wenn man an Helden heutzutage denkt, denkt man oft an die Helden des Marvel Universe, an Prominente oder an Nobelpreisträger. Haben diese überhaupt was mit den Helden der Antike gemeinsam? Und braucht man heute wirklich noch Helden?

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Wir alle brauchen Helden. Neben bekannten Helden der Geschichte und populären Comic-Helden gibt es immer auch Helden des Alltags. Hier erfahrt ihr mehr über die typischen Helden der Tübinger Studierenden.

Studenten und ihre Pizza

Auf die Frage nach typischen Nahrungsmitteln antworten die meisten Tübinger Studenten neben Bier und Nudeln oftmals mit dem Begriff ‚Pizza’.
Um an das beliebte kulinarische Wunderwerk zu kommen, gibt es für Studenten zwei Möglichkeiten: das gute alte Tiefkühlprodukt, in nüchternem Zustand leicht zu bedienen, oder die etwas dekadentere Variante: die Lieferpizza, sozusagen der Porsche für die Studentengourmets. Die Lieferpizza steht symbolisch für das Leben der werdenden Erwachsenen. Einerseits verfügen sie über die ausreichende Selbstständigkeit, um etwas telefonisch zu bestellen. Eine erwachsen anmutende Handlungsweise. Andererseits ist es immer wieder schön, das Essen nahezu auf den Tisch – hier an die Tür – serviert zu bekommen, ganz wie bei Mama. So ganz erwachsen fühlt man sich eben doch noch nicht.

Pizzaboten als Helden?

Entsprechend fällt den Überbringern solch feiner Speisen eine ganz besondere Rolle im Leben von Studenten zu. Wenn im Kühlschrank gähnende Leere herrscht, wenn nicht einmal der 24-Stunden-Rewe in der Tübinger Weststadt geöffnet hat, wenn das Magenknurren mittlerweile so laut ist, dass der Mitbewohner es fälschlicherweise mit Bauarbeiten verwechselt, dann sind sie da. Auf ihren schnellen Fahrrädern kommen diese Helden herbeigerast, zwar ohne Umhang, doch mit Helm, und bringen genau diesen Studenten ihre heiß ersehnte Pizza.

Doch kann man Pizzaboten tatsächlich als Helden bezeichnen?

Philipp Schmidt (Name geändert), 24, arbeitet seit drei Jahren bei Domino’s, einem Tübinger Pizza-Lieferdienst, den viele Studenten in Anspruch nehmen. Er hat schon zahlreiche Erfahrungen mit Kunden, Lieferorten und Studenten gemacht. Fragt man ihn, sieht er sich nicht per se als Held an. Es seien vielmehr die außergewöhnlichen Erfahrungen und Erlebnisse, die Pizzaboten eine gewisse Heldenattitüde verleihen.

Mut und ruhige Nerven

Und als Pizzabote erlebt man eine ganze Menge: „Die Schwierigkeit besteht zunächst darin, dass man an jeden Ort und jeden Kunden liefern muss, ohne ihn zu hinterfragen“, sagt der 24-Jährige. Während der eine regelmäßig an ein Tattoo-Studio liefert, zählen zu anderen Lieferorten ein Bordell und ein altes Fabrikgebäude, in dem kuriose Gestalten unterwegs sind. Viele der Bestellungen werden unter Einfluss von Alkohol und Drogen getätigt und es ist oft unklar, wie die Kunden auf den Besuch reagieren werden. Um an solche Orte zu liefern, bedarf es etwas mehr als ein Fahrrad und ein funktionierendes EC-Kartengerät. „Wenn wir davon ausgehen, dass Pizzaboten Helden sind, wären es auf jeden Fall der Mut und die ruhigen Nerven, die wir in solchen Situationen benötigen und die uns zu Helden machen“, so Philipp Schmidt.

Geduld

Auf die Frage, wer zu den häufigsten und verlässlichsten Kunden in Tübingen gehört, kann man dem jungen Studenten zunächst nur ein Grinsen entlocken, bevor er mit der Antwort „Marihuana rauchende Kleingruppen“ für Überraschung sorgt. „Meistens sind es Studentengruppen, die sich eine Super-Maxi-Pizza auf den Heißhunger bestellen und die Augen nicht vom Essen lassen können, sobald ich den Raum betrete“, sagt er lachend.

Auch diese gelten gewissermaßen als Herausforderung: es ist nicht absehbar, ob und wann sie die Tür öffnen werden. Die Klingel wird nicht selten überhört. „Manche Kunden wollen sich ihren Rausch nicht anmerken lassen und sind deshalb überdurchschnittlich freundlich beim Bezahlen. Dann schlagen sie einfach die Tür zu, bevor ich ihnen ihre Pizza überhaupt geben kann. In solchen Momenten fühle ich mich manchmal wirklich wie ein Held, weil ich so viel Geduld aufbringen muss“, sagt Philipp Schmidt.

Alltägliche Anstrengungen

Doch nicht nur die kurioseren Kunden und Lieferorte gelten als Herausforderung im Alltag von Pizzaboten. Da gibt es noch die ganz anderen, eher alltäglichen Anstrengungen des Berufs: die Lieferungen am Samstagnachmittag in den Park, die Wiese bei 28 Grad ist übersät von Studenten, die grillen und Bier trinken. Dort sei es eine Herausforderung, die richtigen Kunden zu finden. Dazu kommen Hauseingänge, die nur schwer oder gar nicht zu finden sind sowie Kunden, die nicht erreichbar sind. „Dann muss ich die Pizza wieder mitnehmen und später beschweren sie sich. Da muss man vorsichtig sein, weil das alles auf Domino’s zurückfällt, wenn die Kunden im Internet schlechte Bewertungen abgeben. Man muss also immer nett und höflich sein und jeden respektieren, ganz gleich wie die Kunden sich verhalten. Das kann ganz schön anstrengend sein“, beschreibt Philipp Schmidt seinen Alltag.

Insgesamt sieht Philipp Schmidt zwar die schwierigen Erfahrungen des Berufs. Er erzählt jedoch auch, wieviel Spaß es machen kann: „Ich habe schon sehr viele unglaublich freundliche Kunden getroffen, mit denen man sich sehr gut unterhalten konnte. Einmal zeigten sie mir sogar ihre Wohnung, die einen besonders schönen Blick vom Balkon aus hatte“.

Held oder kein Held?

Ob er sich selbst als Helden für Studenten bezeichnen würde? Dafür scheint Philipp Schmidt zu bescheiden zu sein. Als größte Helden sieht er eigentlich seine Kollegen, und das aus verschiedensten Gründen. Der eine Kollege springt ein und übernimmt Schichten, die kein anderer übernehmen kann. Der andere kommt zur Hilfe, wenn man einen Platten hat. Wieder ein anderer teilt sein Trinkgeld mit dem, der leer ausgegangen ist. Jeder auf seine Weise, und alle, weil sie letztlich sehr gute Arbeit leisten.

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Sporthelden sind kein Phänomen der heutigen Zeit oder einer WM – Sporthelden gibt es schon seit es Menschen gibt. Von den Olympioniken bis hin zu unseren WM-Helden hat sich aber einiges getan. Nicht nur der Status der Helden hat sich geändert, auch die Anforderungen haben sich einem Wandel durchzogen.  Weiterlesen