Es gibt fünf Dinge aus Papier, die man fast täglich benutzt und dennoch nicht immer weiß, ob sie recycelt werden können oder nicht. Papier ist Papier, deshalb ab in die Papiertonne damit. Ist das wirklich so einfach? Papier kann nämlich mit der richtigen Beschichtung heutzutage sehr viel mehr sein als nur ein einfaches Blattpapier, das man zu einem Boot faltet. Hitzebeständig, diffusionsfähig, wasserdicht oder wärmespeichernd sind alles Funktionen, die Verpackungen aus Papier heute haben. Kann die Papierverpackung, trotz dieser Funktionen recycelt werden? Wie viele hättest du richtig getippt? Schreibe es unter den Beitrag.

1. Wrap-Bag: Recycelbar?

Wrap-Bag Foto by Alexander Danner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wrap-Bag bzw. das Papier des Wrap-Bags ist fettdicht und hat eine Wasserdampfsperre. Kann man es trotzdem recyceln?

Fettdichtes Papier… ist vor allem als das klassische Butterbrotpapier bekannt. Wie das Wort „fettdicht“ verrät, saugt das Papier kein Fett auf. So hat man immer ein trockenes Papier ohne Fettreste. Außerdem ist fettfreies Papier auch holzfrei. Aber ACHTUNG! Holzfrei heißt nur, dass das Papier aus gebleichtem Zellstoff und aus maximal fünf Prozent Papier bestehen darf. Der Zellstoff ist der gleiche, der auch im Holz ist. Lignin, ein Bestandteil von Holz, wird dabei entzogen, sodass nur noch der Zellstoff übrig bleibt. Also ist holzfreies Papier auch aus Holz.

Wasserdampfsperre… ist eine auf einer Seite diffusionsoffene Funktion des Papiers. Das heißt, im Fall der Wrap-Bag, nach außen kann Feuchtigkeit abgegeben werden und nach innen nimmt der Wrap keine Feuchtigkeit auf. Laut dem Hersteller ELLER foodPackaging GmbH kann so der Wrap frischer und haltbarer gemacht werden.

 

Was denkst du, ist das Wrap-Bag recycelbar oder nicht? Die Lösung findest du am Ende des Beitrags.

2. Parfüm-Verpackung: Recycelbar?

Parfüm Foto by Alexander Danner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Parfüm-Verpackung hat eine PE-Beschichtung über den Papierfasern und eine Aluminiumbedampfung. Die Verpackung zählt zur Kartonindustrie. Kann man sie trotzdem recyceln?

PE-Beschichtung…  ist eine Beschichtung, welche die Verpackung vor sehr viel Feuchtigkeit schützt. PE ist die Abkürzung für Polyethylen und ist ein Kunststoff. Man spricht auch von einer Versiegelung der Verpackung. Bei Parfüm wird diese Verpackungsart vor allem verwendet, um es hochwertiger wirken zu lassen.

Aluminiumbedampfung… lässt die Verpackung glänzen. Dabei wird diese mit Aluminiumpulver beschichtet, um so einen Art Spiegellook zu bekommen. Laut dem Hersteller von Verpackungsmaterialen AlFiPa, sollen die Eigenschaften sowohl höhere Reißfestigkeit als auch Biegesteifigkeit sein.

Zur Lösung

3. Milch-Verpackung: Recycelbar?

Milch-Verpackung Foto by Alexander Danner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Milch-Verpackung bzw. ein Getränkekarton besteht aus Polyethylen, Aluminium, Papier und noch mehr Polyethylen. Kann man die Verpackung trotzdem recyceln?

Polyethylen… ist ein Kunststoff, der in diesem Beitrag schon bei der Parfüm-Verpackung erwähnt wurde. In einer Milch-Verpackung befinden sich davon vier Schichten. Die Polyethylen-Schicht ist dafür da, damit die Milch-Verpackung dicht bzw. nicht wasserdurchlässig ist und das Papier nicht durchweicht.

Papier… besteht aus Baum-Fasern, die solang eingeweicht werden, bis sie zu Papier gepresst werden können.

Aluminium… ist mit der Polyethylen-Schicht verbunden und dient der Reißfestigkeit von Verpackungen.

Alles zusammen… nennt man Verbundmaterialien.

Zur Lösung

4. Pizza-Karton: Recycelbar?

Pizzakarton Foto by Alexander Danner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Pizza-Karton besteht aus E-Wellpappe. Kann man ihn trotzdem recyceln?

E-Wellpappe… besteht aus Papier, das wiederum aus Fasern, Füllstoff, wie Kreide, Stärke, Hilfsstoffen, wie Farbstoffen und Wasser besteht. Durch Walzen bekommt das Papier seine Wellen. Zwischen zwei glatten Stücken wird eine Wellenstruktur angelegt und verleimt. Das Ganze bekommt so Stabilität und die Wärme kann besser gespeichert werden. Das „E“ steht für die Abstände zwischen den Wellen, die in sin-Kurven verlaufen. Die E-Wellpappe wird auch als Mikrowelle bezeichnet.

Was denkst du, ist der Pizza-Karton recycelbar oder nicht? Schreib es unter den Beitrag. Hier geht es zu Lösung.

 

5. Collegeblock-Papier: Recycelbar?

Collegeblock Foto by Alexander Danner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Collegeblock – auch Spiralblock genannt – besteht aus gebleichtem Papier und einem Metalldraht. Kann man ihn trotzdem recyceln?

Gebleichtes Papier… ist ein Vorgang, in dem das Papier seine strahlend weiße Farbe bekommt. Hierbei wird der Zellstoff mit Chlor behandelt. Dies wird aber im europäischen Raum nicht mehr durchgeführt. In Europa werden nur noch chlorarm gebleichte Papiere (ECF) und chlorfrei gebleichte Papiere (TCF) hergestellt. Beim TCF Papier wird der Zellstoff durch Sauerstoffverbindungen, wie Wasserstoffperoxid gebleicht.

Metalldraht… ist ein Draht, der den Collegeblock zusammenhält und dafür verantwortlich ist, dass man den Block, wie ein Buch öffnen und schließen kann. Der Draht besteht aus Stahl und ist oftmals weiß lackiert. Der Draht wird für den Collegeblock gezogen.

Hier direkt zur Lösung, ob der Collegeblock recycelbar.


Lösungen:

1. Recyclebar… ist der Wrap-Bag eigentlich trotz ihrer Papiereigenschaften. EIGENTLICH! Man muss hier unterscheiden, denn streng genommen gehört der Wrap-Bag in den Restmüll. Für die Papiertonne disqualifiziert sich der Wrap-Bag, wegen der Klebepunkte, die das Wrap-Papier beim Rollen zusammenhalten. Laut Umwelt Bundesamt gibt es aber eine Ausnahme, wenn Papier das Siegel „Blauer Engel“  trägt. Der Wrap-Bag hat dieses Siegel nicht, sodass das Papier im Restmüll entsorgt werden muss. Wenn es im Restmüll landet, wird es nicht recycelt. Also nicht recycelbar.  ↑ 

 

 

2.Recycelbar… ist die Parfüm-Verpackung trotz der PE-Beschichtung und der Aluminiumbedampfung. Jedoch ist das Recyceln enorm aufwendig. Oftmals wird diese Art der Verpackung nach China verschifft, um dann dort recycelt zu werden. Die PE-Beschichtung wird dort sehr aufwendig von den Karton-Fasern gelöst. Erschwert wird das Ganze durch die Aluminiumbedampfung. Auch hier sagt das Umwelt Bundesamt, dass die Verpackung nicht in die Papiertonne, sondern in den Restmüll sollte. In der Praxis ist dieses Material aber trotz des sehr großen Aufwands recycelbar. Kleine Empfehlung: Auf diese Art von Verpackung einfach verzichten, auch wenn sie schön ist. 

 

 

3.Recycelbar… ist die Milch-Verpackung, obwohl sie als Einwegflasche bezeichnet wird. Einwegflaschen haben eher einen schlechten Ruf. Doch das Umwelt Bundesamt hat in mehreren Studien herausgefunden, dass eine Mehrweg-Glas-Flasche keine Vorteile gegenüber einem Getränkekarton beim Recycling hat. Die Milch-Verpackung scheint der Parfüm-Verpackung sehr ähnlich zu sein, nichtsdestotrotz kommt sie nicht in den Restmüll, sondern in den Gelben Sack. Der Gelbe Sack wird in Teilen recycelt. Gerade durch das neue Verpackungsgesetz wird der Gelbe Sack mehr und mehr recycelt. Die Fasern in der Milch-Verpackung sind gut geeignet um wiederverwendet zu werden. Also ist die Milch-Verpackung recycelbar. 

 

 

4.Recycelbar… ist der Pizza-Karton an sich auf alle Fälle. Der Karton ist auch das perfekte Beispiel für die Papiertonne, wären da nicht die Essensreste im Karton. Bei der Altpapierverarbeitung sind diese Abfälle kaum zu beseitigen. Da der Pizza-Karton in der Praxis oft in die Papiertonne geworfen wird, wird der Karton trotz Essensresten recycelt. Die Rohstofffabriken sortieren die Kartons nicht mehr aus. Das kann zu Verunreinigung des Altpapiers und zu schlechterer Qualität des Papiers führen. Also ist der Pizza-Karton – ohne Pizzareste – wiederverwertbar. 

 

 

5.Recycelbar… ist das Collegeblock-Papier trotz Bleichung auf jeden Fall. Der Metalldraht muss dabei aber extra entsorgt werden. Für den Recycling-Prozess ist es zudem unerheblich, ob ein Collegeblock beschrieben ist oder nicht. Oft wird bemängelt, dass die recycelten Collegeblöcke graues Papier haben und das nicht schön ist. Doch auch hier gibt es chlorfrei gebleichtes Recyclingpapier (PCF). Hierbei auf das Siegel „Blauer Engel“ achten. Die mit dem „Blauen Engel“ gekennzeichneten Produkte sind umweltfreundlicher als vergleichbare Produkte aus derselben Produktgruppe.

 


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2 Kommentare
  1. Stefanie Hoschka
    Stefanie Hoschka sagte:

    Als ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mich mehrfach bei dem Gedanken erwischt, dass ich mittlerweile gefühlt alles einfach in den Restmüll werfe und wenn ich gar nicht mehr weiter weiß, landet es im Gelben Sack. Wie bei dir auch schon klar wird, bestehen Verpackungen heutzutage aus so vielen unterschiedlichen Materialien, dass es (zumindest für mich) oft nicht einfach ist, zu entscheiden, wo sie jetzt am besten aufgehoben sind. Und oft fehlt mir auch die Zeit, noch zu überlegen, wo genau ich die Verpackung jetzt entsorgen soll. Das erklärt wahrscheinlich auch, warum ich den blauen Engel noch nicht kannte.
    Bei uns in der Firma gibt es seit ein paar Tagen eine Nachhaltigkeits-Challenge, bei der wir kreative Videos einreichen können, wie wir zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen beitragen können. Vielleicht wäre so etwas ja auch mal eine witzige Idee, um den Menschen das Thema näher zu bringen.

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  2. Radwan Saad
    Radwan Saad sagte:

    Dein Artikel versinnbildlicht mir, wie schwer es einem heutzutage fällt, ganz konkret zwischen recycelbarer und nicht recyclebarer Papierverpackung zu differenzieren. Da Papier in diesem Fall nicht einfach nur Papier ist, sondern dementsprechend auch zusätzliche Materialien wie Polyethylen und Aluminium besitzt, erschwert diese Komplexität die richtige Entscheidung bei der Abfallentsorgung zu treffen. Zudem kommt noch das Umweltzeichen des Blauen Engels hinzu. Nichtsdestotrotz sensibilisiert der Artikel in Bezug auf die Vielschichtigkeit von Papierverpackungen in ihrem Zweck, Kern und Entsorgung.

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