Wir tippen alle fleißig in die Kunststoff-Tasten und gießen Buchstaben-Granulat in den Editor, damit unsere neuen Beiträge rund um das Thema Plastik fertig werden. Der belgische Tonkünstler Plastic Bertrand liefert dafür den musikalischen Auftakt.

Der Sänger und Musiker Plastic Bertrand eroberte im Geburtsjahr des Punk mit einer quietschbunt-schillernden, lebensbejahenden Hymne namens „Ça plane pour moi“ die Charts. Damals rieben sich die musikalischen Anarchist*innen, die im proletarischen London nur mit der allernötigsten musikalischen Grundausstattung in eine dröhnend-krachende Zeit ohne Zukunft aufgebrochen waren, nur so die Augen: Sie hielten den blondierten, lipgloss-tragenden, trampolin-springenden und – noch schlimmer! – lächelnden Barden für eine jämmerliche Karikatur des Punk. In Frankreich und Belgien hingegen galt er ganz uneigentlich als ‚edgy‘. Sein eingängiger Song füllte nicht nur die Tanzflächen, sondern spukte durch Filme, Werbespots und zahlreiche Coverversionen.

Zum Einstieg hören wir aber nicht seinen Hit, sondern eine Art dadaistisches Lautgedicht: „Plastiiic“. Sicherlich waren hier bei der Produktion auch Elektrodrähte involviert, aber noch deutlicher stehen die Plastiktasten und -knöpfe vor Augen, mit denen die synthetischen Klangeffekte immer neu in den stupide durchstampfenden Beat eingespeist werden. Seinen Namen verdankt Plastic Bertrand jedoch nicht diesem Hartplastik, sondern den dezidiert aus Kunstfasern bestehenden Klamotten, welche die Mode dieser Zeit den Naturmaterialien der Hippies entgegensetzte.

So long…

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