Johann Wolfgang von Goethe spukt! Doch wo ist sein Geist? Unsere Autorin vermutet ihn in Weimar, der Wahlheimat des Dichterfürsten. Denn diese Stadt ist offensichtlich von ihm besessen. Gemeinsam mit dem durchweg seriösen Hobby-Geisterjäger Dr. h.c. Tino Ranacher begibt sich Ina Mecke auf die Suche. Ob die beiden Goethes Geist gefunden haben, erfahrt ihr in unserem satirischen Vlog.

Seit nunmehr 186 Jahren ist der wohl größte deutsche Dichter und Denker unter der Erde. Nur ruhen kann er nicht. So ziemlich jedes Fleckchen Boden, das Goethes Fuß je berührt hat, schmückt sich heute mit seinem Namen. Manche nutzen ihn sogar für bundesweite Werbekampagnen: „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“, lockt uns beispielsweise eine Drogeriemarktkette in ihre Läden. Das Weimarer Theater im Gewölbe hat sich den berühmten Satz aus dem Osterspaziergang ebenfalls zu eigen gemacht: „Hier bin ich Mensch, hier geh ich rein“, lesen wir im Schaufenster.

Überhaupt ist in Weimar alles Goethe und Goethe lässt die Kassen klingeln. Allen voran langt die Stiftung Weimarer Klassik richtig zu: Im Museumsshop kann man so ziemlich alles kaufen, was das Fan-Herz begehrt: Für angemessene 23,90 Euro bekommt man zum Beispiel die Ofenhandschuhe Faust I und Faust II. Das ist nicht nur eine nette Erinnerung an Goethes Meisterwerk, sondern auch praktisch: So vergisst man beim Backen nicht, welcher Handschuh auf welche Seite kommt.

Aber wer nun denkt, man würde in Weimar den Namen des großen Geistes missbrauchen, um billigen Schrott wie Flaschenöffner oder Kühlschrankmagnete zu verkaufen, der irrt! Man möchte darüber hinaus auch an seine Leidenschaften erinnern und die Bevölkerung daran teilhaben lassen: So feiert Weimar jedes Jahr anlässlich des Dichter-Geburtstages ein Goethe-Weinfest: Freuen wir uns auch dieses Jahr auf Volksfeststimmung, Helene-Fischer-Cover-Musik und Frühschoppen für das Gedenken an Goethe und seine Laster. Schließlich soll er selbst auch gerne mal zu tief ins Glas geschaut haben. Auch einen Besuch wert war die leider kürzlich geschlossene Tabledance-Bar „Zauberlehrling. Einen zwielichtigen Oben-Ohne-Schuppen nach einer der wichtigsten deutschen Balladen zu benennen, das hätte dem alten Schwerenöter bestimmt gefallen.

Dr. h.c. Tino Ranacher (Foto: Ina Mecke).

Wenn also der Dichterfürst in Weimar den Markt bestimmt und seine Fans dort zum Shoppen und Frühschoppen hin pilgern, müsste sich doch auch sein Geist dort wohlfühlen. Dr. h.c. Tino Ranacher ist Experte für Übernatürliches, denn er hat vom MLDC Institute die Ehrendoktorwürde in der Parapsychologie erworben. Seriöser kann sich ein Geisterjäger nicht zertifizieren lassen! Es gilt in diesen Tagen höllisch aufzupassen, in Sachen Übernatürlichem nicht Scharlatanen auf den Leim zu gehen. Auch Esoterik benötigt schlussendlich valide Kompetenz (für 35 Dollar via PayPal).

In Weimar begab sich Dr. Ranacher mit mir auf die Suche nach dem Dichtergeist. Ob wir fündig wurden? Seht selbst!

 

1 Antwort
  1. NathalieVerena
    NathalieVerena sagte:

    Ich finde es super, dass du dich dem Thema mal anders gewidmet hast und noch ein weiteres Medium mit einbaust! Mir hat das Video viel Spaß gemacht und ich finde dir ist es gelungen auch eine kleine Gesellschaftskritik mit einzubauen! 🙂

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