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Paranormal activity 1

„Paranormal Activity“ zählt zu den rentabelsten Horrorfilmen aller Zeiten. Der Low-Budget-Film spielte Millionen an den Kinokassen ein. Viele vermuten hinter dem Erfolg die Darstellung des Bösen im US-amerikanischen Erfolgsstreifen. Mit seiner Geisterdarstellung versucht Regisseur Oren Peli die Angst der Zuschauer*innen vor dem Unbekannten zu wecken. Außerdem spielen auch die gelungenen Marketing-Aktionen eine nicht unwesentliche Rolle für den Erfolg des Films.

Im Jahr 2009 durfte eine ausgewählte Anzahl von Personen den neuen Horrorfilm „Paranormal Activity“ zum allerersten Mal im Kino schauen. Die Reaktionen der Zuschauer*innen wurden aufgezeichnet. Versteinerte Mienen, weit aufgerissene Münder und mit den Händen verdeckte Gesichter sind in diesem kurzen Video zu sehen. „Paranormal Activity“ zählt zu den schlimmsten Horrorfilmen der letzten Jahre.

Entstehungsgeschichte

Die Idee für den Film stammt von dem US-amerikanischen Filmemacher Oren Peli. Bis dato hatte er noch keinen Film selbst produziert. Ausgestattet mit einem Budget von 15.000 US-Dollar, seinem eigenen Haus als Drehort und zwei Schauspieler*innen, begann er den Dreh. Es gab kein konkretes Skript. Die Schauspieler*innen hatten einen groben Handlungsablauf vorgegeben, woraus sich die Dialoge ergaben. Der ganze Film ist im „Found Footage“-Stil gehalten. Das heißt, es wird der Eindruck erweckt, die Hauptcharaktere filmten sich selbst mit einer Handkamera und dokumentierten ihr Leben. Oft wird der Film deshalb mit dem vor zehn Jahren gedrehten, pseudodokumentarischen „Blair Witch Project“ verglichen. Innerhalb einer Woche war der Film abgedreht.

Die Handlung

Katie schlafwandelt und beobachtet ihren Freund Micah über Stunden. Die Kamera zeichnet alles auf. (Foto: Variety)

Die beiden Hauptcharaktere Katie Featherston und Micah Sloat behalten auch ihre Vornamen für den Film. Das junge Paar lebt in einem netten, kleinen Häuschen in San Diego. Als Katie eines Nachts seltsame Geräusche hört, stellt ihr Freund Micah eine Kamera im Schlafzimmer auf, um die Sache aufzuklären. Aber die nächtlichen Ereignisse verschlimmern sich.

Die Schlafzimmertür knallt zu, der Kronleuchter fällt von der Decke und Katie schlafwandelt. Schon als Kind hatte Katie mit solchen paranormalen Ereignissen zu kämpfen. Micah sieht es nicht ein, die Kamera zu entfernen, da er denkt, dem Spuk so Einhalt zu gebieten. Doch da irrt er sich. Die Phänomene werden immer schlimmer, bis diese zu einem schrecklichen Höhepunkt gelangen.

Der Geist in „Paranormal Activity“

Obwohl der Geist in „Paranormal Activity“ nie in Erscheinung tritt, jagt er den Zuschauer*innen dennoch einen gehörigen Schrecken ein. Der Film spielt mit der Furcht vor dem Unsichtbaren. Dazu nutzt der Regisseur die Angst der Zuschauer*innen vor dem Unbekannten. Dass man nicht genau weiß, wovor man sich eigentlich fürchtet, macht die Situation umso gruseliger. Der Geist tritt nie als Person oder als Gestalt auf. Man kann lediglich seltsame Geräusche vernehmen und das Bewegen von Gegenständen beobachten. Als der Geist aber auch nicht mehr davor zurückschreckt, Katie aus dem Bett zu ziehen und zu verletzten, wird klar: Mit ihm ist nicht zu spaßen. Besonders gruselig wird es dann, wenn der/die Zuschauer*in merkt, dass der Geist von Katie Besitz ergriffen hat und sie nicht mehr dieselbe ist. Plötzlich ist sie zu schrecklichen Taten fähig.

Im Laufe des Films vollzieht sich die klassische Steigerung der Ereignisse bis  zu einem absoluten Höhepunkt. Was zunächst nur harmlose Poltergeisterscheinungen sind, entpuppt sich als wahrhafter Horror. Durch die langsame Steigerung wird der/die Zuschauer*in in die Situation der Protagonist*innen versetzt. Jede Nacht ist durch die Kamera dokumentiert, so ist man scheinbar live dabei. Die sehr authentische Darstellung der Schauspieler*innen verstärkt diesen Eindruck noch. Auf spannungssteigernde Musik wird gänzlich verzichtet. Stattdessen kündigt ein tiefer Brummton an, dass gleich wieder etwas Unheimliches passieren wird. Auf diese Weise wird die Spannung noch mehr gesteigert.

Der Film hat für seine Geisterdarstellung viel Kritik einstecken müssen. „Paranormal Activity“ weckt in Zuschauer*innen die Angst vor dem unsichtbaren Bösen. Das ist jedoch keine wirklich tiefgreifende Angst. Es geht eher darum, sich in regelmäßigen Abständen zu erschrecken wie in einer Geisterbahn. Außerdem spiegelt es unsere Kindheitsängste wieder: Ein Monster könnte sich nachts im Zimmer aufhalten und sich unter dem Bett oder im Schrank verstecken. Bei Katie wird diese Angst zur Realität. Natürlich kommt dadurch auch Gruselatmosphäre auf. Horrorklassiker bedienen sich aber meist noch anderer, tiefgreifenderer Ängste. Es handelt sich bei Pelis Werk um eine eher einfach gehaltene Schauergeschichte und nicht um ein filmisches Meisterwerk.

Die Erfolgsgeschichte

Trotz der Kritik funktioniert das Erfolgskonzept: Dies hängt aber auch mit den Marketing-Aktionen des Herausgebers „Paramount Pictures“ zusammen. Durch einen „Demand it“ (dt.: Verlange es)-Button auf der Facebook-Seite von „Paramount Pictures“ konnte jeder/jede darüber abstimmen, ob „Paranormal Activity“ in seiner/ihrer Stadt gespielt werden soll. Die 20 Städte mit den meisten Klicks bekamen den Film zuerst zu sehen. Außerdem wurde eine „Tweet your scream“ (dt.: Teile deinen Schrei)-Kampagne ins Leben gerufen. So gibt es noch heute überall im Internet Videos, wie Zuschauer*innen den Film schauen und sich dabei filmen, wie sie sich erschrecken. Nach der offiziellen Premiere in der ganzen USA gingen die Kinobesuche durch die Decke. Weltweit spielte der Horrorfilm 190 Millionen US-Dollar ein. Diese Marge kann sich sehen lassen. Mit einem derartigen Erfolg des Streifens hatte wohl selbst der Regisseur nicht gerechnet.

„Paranormal Activity“ ist ein durchaus sehenswerter Film, vor allem für Zuschauer*innen, die sich gerne gruseln. Zu viel Tiefe darf man jedoch nicht erwarten, auch bei den Hauptcharakteren nicht. Die Geisterdarstellung ist dem Regisseur Oren Peli definitiv gelungen. Denn nachdem man Paranormal Activity“ gesehen hat, ist jeder froh, wenn er/sie nicht alleine schlafen muss.

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Poltergeister treiben ihr Unwesen

Das Phänomen Poltergeist ist weltweit bekannt – aber was steckt wirklich dahinter? Wissenschaft oder Spuk? Der Diplompsychologe Eberhard Bauer des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg untersucht solche Fälle mit wissenschaftlichen Methoden.  

„Alle Glühbirnen im ganzen Haus sind durchgebrannt. Das ist doch eigentlich unmöglich!“ erzählt mir eine Freundin, als ich ihr von meinem geplanten Blogeintrag über Poltergeister berichte. Vor der Beerdigung ihres Großonkels versammelten sich Freunde und Familie im Haus des Verstorbenen. Auf einmal erloschen im ganzen Haus die Lichter. Alle Glühbirnen waren durchgebrannt. Meine Freundin beschreibt mir die gruselige Atmosphäre nach diesem Ereignis: „Wir haben alle gedacht, dass der Geist meines Großonkels uns ein Zeichen geben wollte.“ Technisch hat sich das Ereignis nicht aufklären lassen.

Buch über Parapsychologie

„An den Grenzen der Erkenntnis“: Handbuch über Parapsychologie (Foto: Amazon)

Das eben erwähnte Phänomen wäre typisch für einen Poltergeist. Er kann elektrische Geräte ein- und ausschalten, Möbel verschieben oder seltsame Klopfgeräusche ertönen lassen. Die Anekdote meiner Freundin erzähle ich dem Diplompsychologen Eberhard Bauer vom Freiburger IGPP. Seit 1972 arbeitet Bauer dort und beschäftigt sich mit paranormalen Erscheinungen aller Art. Was würde er meiner Freundin raten? Bei diesem Fall sei es wichtig, nach der Bedeutung der Vorfälle zu fragen, erklärt er mir. In welchem Verhältnis stand der Großonkel zu dem Haus beziehungsweise zu den Angehörigen? Gibt es noch Sachverhalte in der Familie, die unerledigt geblieben oder verdrängt worden sind? „Mitunter gibt es dann ein Verständnis der Phänomene, wie von selbst“, argumentiert Bauer. Ob es sich dabei um ein Poltergeistphänomen handelt, sei eine Standpunktfrage. Es kann sich demnach um einen ortsgebundenen Spuk und somit um eine andere Geistererscheinung als der Poltergeist handeln. Das Haus spiegele dabei den „Leib der […] Familie“ wider und das Löschen des Lichts sei ein Zeichen für das erlöschende Lebenslicht des Onkels. Ein Poltergeist ist aber personengebunden. Der Spuk wird durch eine sogenannte „Fokusperson“ ausgelöst. Auch dies könnte hier, laut Eberhard Bauer, der Fall sein. Durch verdrängte und nicht verarbeitete Emotionen hatte möglicherweise eines der Familienmitglieder das Erlöschen der Lichter selbst herbeigeführt.

In der Wissenschaft wird dieses Phänomen als „spontane Psychokinese“ bezeichnet. Demnach können Personen durch überschüssige Emotionen oder Energie Gegenstände unbewusst in Bewegung setzen, ohne sie berühren zu müssen. Die Wissenschaft schließt die Existenz eines Poltergeistes aus. Stattdessen geht sie davon aus, dass die „Fokusperson“ den Spuk selbst auslöst.

Der „Rosenheim-Spukfall“

Ein besonders eindrückliches Poltergeistphänomen ereignete sich 1967 in Rosenheim. Hierbei wurde der Spuk angeblich durch eine solche „Fokusperson“ ausgelöst. Die Telefonleitung in einer Anwaltskanzlei spielte verrückt, Leuchtstoffröhren platzten und Knalleffekte erschreckten die Mitarbeiter*innen.

Zunächst gingen die Mitarbeiter*innen der Kanzlei davon aus, dass es sich um erklärbare Vorkommnisse handelte. Sie vermuteten, dass die Stromversorgung dafür verantwortlich sei. Nachdem auch die Stadtwerke nicht mehr weiter wussten, wurde der damalige Leiter des IGPP, Hans Bender, hinzugezogen. Er und sein Team fanden heraus, dass die Phänomene mit der Schreibkraft Annemarie Schaberl zusammenhingen. Die Spukphänomene ereigneten sich immer nur dann, wenn sie anwesend war. Die Expert*innen rieten dazu, Annemarie in den Urlaub zu schicken. Danach hörten die seltsamen Vorkommnisse auf.

Die Schreibkraft wechselte daraufhin die Kanzlei. Auch an ihrem neuen Arbeitsplatz kam es zu seltsamen Geschehnissen, jedoch war es lange nicht so schlimm wie in Rosenheim. Dort kam es nie wieder zu seltsamen Ereignissen. Annemarie Schaberl wurde eingehend psychologisch untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass sie instabil und reizbar sei. Ihre Wut habe sich in diesen sonderbaren Phänomenen entladen und damit die oben erwähnte „spontane Psychokinese“ ausgelöst. Nach dieser Hypothese trieb kein Poltergeist sein Unwesen in der Kanzlei. Die psychisch angeschlagene Mitarbeiterin hatte die Ereignisse selbst ausgelöst.

„Der ‚Fall Rosenheim‘ gilt bis heute in den Annalen unseres Instituts als ein außerordentlich gut dokumentierter Fall von ’spontaner Psychokinese‘.“ 

Die Dokumentation des IGPP über diesen Fall beträgt rund 2.000 Seiten. Kritische Einwände gegen ein Spukphänomen und für einen technischen Defekt wurden darin, laut Bauer, widerlegt.

Wissenschaftliche Erklärungsmodelle

Manipulation und Betrug sind oft die erste Vermutung bei einem Spukphänomen. Auch Eberhard Bauer hat schon inszenierte Spukphänomene erlebt.

„Das ist, wenn man die Dynamik dieser Vorgänge kennt, nicht sonderlich überraschend. ‚Spuk‘ hat ja immer einen Appellcharakter, ist eine Art seelischer ‚SOS-Ruf‘ mit vielleicht ungewöhnlichen Mitteln, Wichtig ist das Verständnis der zugrundliegenden Motivation, einschließlich einer möglichen Inszenierung.“

Jedoch sieht sich Bauer in der Funktion des psychologischen Beraters und nicht als Kriminalist. Er versucht zu helfen und nicht einen möglichen Betrug aufzuklären. Er hat keinen Zweifel daran, dass jeder, der ein solches Spukphänomen schon erlebt hat, davon zutiefst verstört ist und ihm „keinen Bären aufbinden“ will. Es gibt aber auch noch weitere Erklärungsansätze für ein Spukphänomen. Der zweite Ansatz arbeitet mit Befunden aus der Psychologie und der Psychoanalyse. Die dritte, spiritistische Deutung erklärt den Spuk mit Geistern von Verstorbenen, die für die Vorfälle verantwortlich sind. Aber welche der Erklärungsansätze ist die wahrscheinlichste? Man könne mit allen drei Ansätzen pragmatisch arbeiten, erklärt Bauer, je nachdem wie das Erkenntnisinteresse aussehe.

Meine Freundin kann ich zunächst beruhigen. Vermutlich hat sich kein Poltergeist im Haus ihres Großonkels eingenistet. Was wirklich hinter dem plötzlichen Durchbrennen der Glühbirnen im ganzen Haus steckt, werden wir wohl trotzdem nie erfahren.

Quellen:

  • Bauer, E., Mayer, G. (2015): Spukphänomene. In Mayer, G., Schetsche, M., Schmied-Knittel, I., Vaitl, D. (Hrsg): An den Grenzen der Erkenntnis: Handbuch der wissenschaftlichen Anomalistik. Stuttgart: Schattauer.
  • Von Lucadou, W. (1995). Psyche und Chaos: Theorien der Parapychologie. Leipzig: Insel Verlag.
Die drei Fragezeichen

Wer kennt sie nicht, die drei Detektive, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, aus dem fiktiven Ort Rocky Beach in Kalifornien. Die drei ??? haben ihren Ursprung in der 1968 erschienenen Jugendkrimibuchserie und feierten später als Hörpsielserie unerreichte Erfolge. Sie übernehmen jeden Fall – so steht es auf ihrer Visitenkarte. Oft haben es die drei Fragezeichen mit übernatürlichen oder mystischen Fällen zu tun. Es geht um „Poltergeister“ (Folge 73), „sprechende Totenköpfe“ (Folge 6), „Bergmonster“ (Folge 14) oder „weinende Särge“ (Folge 42). Was ist der Grund für diesen starken Fokus auf das Übernatürliche?

Die Erfolgsgeschichte der drei Detektive

Die Geschichte der drei Fragezeichen (engl. „the three Investigators“) geht auf  die gleichnamige Kinderbuchserie in den Vereinigten Staaten der 60er Jahre zurück. Obwohl Alfred Hitchcock oft mit der Serie in Verbindung gebracht wird, war er weder Erfinder noch Autor der drei Detektive. Er diente lediglich als Schirmherr für die Reihe. Das erste Buch wurde in Deutschland 1968 veröffentlicht und 1979 folgte dann die erste Folge der Hörspielreihe – „Die drei ??? und der Super – Papagei“. Obwohl die Reihe Anfang der 90er Jahre in den USA eingestellt wurde, läuft sie in Deutschland mit eigenen Geschichten weiter. Seitdem wurden über 45 Mio. Tonträger und 16,5 Mio. Bücher verkauft und die Hörspiele begeistern seitdem Generationen von Kindern und Jugendlichen. Es ist also nicht verwunderlich, dass für viele Mädchen und Jungen hier die ersten Berührungspunkte mit gespenstischen und gruseligen Geschichten entstehen.

Detektivgeschichten für Kinder und Jugendliche

Themen, wie sie in den Folgen „Die drei ??? und das Gespensterschloss“ oder „Poltergeist“ behandelt werden, sind nicht Inhalte klassischer Detektivgeschichten – wie zum Beispiel bei Agatha Christies Hercule Poirot. Hier geht es häufig um Mord, Spionage oder Entführungen – alles eher Themen, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. So ergibt es durchaus Sinn, Detektivgeschichten für Kinder mit realitätsferneren Themen zu bestücken. Außerdem üben das Übernatürliche und das Mystische auf Kinder eine enorme Anziehungskraft aus.

Trotzdem sind es keine Werke, die den Zuhörerinnen und Zuhörern die Interpretation und Lösung übernatürlicher Ereignisse überlassen. Die Detektive finden stets eine rationale und logische Lösung für die mystischen, übernatürlichen und oft unerklärlichen Phänomene. Das Mitraten und Miträtseln, ein grundsätzlicher Anteil der Detektivgeschichten, bleibt trotz der untypischen Fallkonstellationen erhalten. Doch wie sieht so ein Fall aus? Wie wird er aufgelöst? Fangen wir mit Folge 11 – „Die drei ??? Und das Gespensterschloss“ – an. Sie ist laut der Fanseite rocky-beach.com auf Platz 1 der beliebtesten Folgen.

„Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss“

Die Folge beginnt damit, dass Alfred Hitchcock die drei Fragezeichen damit beauftragt, ein Spukschloss als Location für einen seiner nächsten Filme ausfindig zu machen. In den frühen Folgen is er noch Mentor der Detektive. Nach Bobs ausführlicher Recherche finden sie das alte Anwesen des früheren Stummfilmvirtuosen Stephan Terrill. Dieser soll das Schloss vor seinem Tod verflucht haben. Es gibt Meldungen über Sichtungen eines blauen Phantoms und Orgelmusik aus unerklärlichen Quellen. Sie machen sich auf, das Gebäude zu besichtigen. Die Detektive bekommen auf unerklärliche Weise Panik und flüchten aus dem Haus. Eine anonyme Warnung per Telefon, eine persönliche Warnung einer ‚Zigeunerin‘ und die Aussage des ehemaligen Managers von Stephan Terrill, er würde für kein Geld der Welt eine Nacht dort verbringen, schrecken die Detektive nicht ab. Sie untersuchen noch einmal das Schloss. Diesmal werden sie jedoch von zwei Männern gefangen genommen. Die Detektive können sich befreien und finden während ihrer Flucht einen Geheimgang, der zum Haus Terrills ehemaligen Managers führt. Es stellt sich heraus, dass der Manager und der Filmemacher ein und dieselbe Person sind.

Die Auflösung

Die Lösung des Falls ist so einfach wie auch genial. Der Manager ist Stephan Terrill. Dieser hat nach dem Untergang des Stummfilms sein Vermögen verloren. An dem Haus lag ihm aber so viel, dass er die Geschichte inszenierte, dass es im Schloss spuke. Damit wollte er erreichen, dass zukünftige Käufer ausbleiben. Als ZuhörerIn konnte man bereits vorher den Manager als Täter identifizieren. Die Personen, die die drei Detektive gewarnt haben wurden alle von Terrill verkörpert, wiesen aber alle einen kleinen Sprachfehler auf – sie lispelten. Wolf Rahtjen, der Sprecher, hat das sehr nuanciert in die verschiedenen Rollen übernommen. Man muss sehr genau hinhören, um darauf zu stoßen.

Auch bei anderen Hörspielen ist die Auflösung unerklärlicher, übernatürlicher oder mystischer Ereignisse sehr kreativ. So werden bei der Folge „Poltergeist“ die Spukereignisse von der Besitzerin des Spukhauses selbst verursacht. Bei diesem Fall sollten die drei ??? davon abgehalten werden, einen Kunstdieb zu verfolgen. Als Rocky Beach von einem Geisterschiff heimgesucht wird, soll dies dafür sorgen, dass ein Verbrecher ungestört nach einem Piratenschatz suchen kann.

Grundsätzlich gibt es eine logische und rationale Erklärung, wenn es bei den drei ??? um Mysteriöse, Übernatürliche und Unerklärliche Ereignisse geht. Die Methoden, mit denen diese Phänomene plastisch dargestellt werden, sind sehr überzeugend. Auch heute noch, als Erwachsener, ertappe ich mich, wie mir ein leichter, kalter Schauer über den Rücken läuft. Es ist also nicht verwunderlich, dass die drei Fragezeichen so lange so viele Generationen erfolgreich unterhalten haben.