Neun von zehn Frauen haben es schon getan. Bei Männern ist es mittlerweile jeder Dritte. Graue Haare oder modische Trends verleiten nicht nur Schneewittchen dazu, in den giftigen Apfel der künstlichen Haarfarben zu beißen. Dabei können viele dieser Chemikalien Allergien verursachen. Ein Gespräch mit einer Naturfriseurin zeigt, dass es auch Alternativen gibt.

„Gerade in der Welt des Friseurhandwerks haben sich die Dinge in eine fragwürdige Richtung entwickelt. Große Konzerne geben hier den Ton an. Unter dem Deckmäntelchen der Schönheit und Pflege wird ‚Chemie pur‘ auf Kosten der Gesundheit verkauft.“

Wesen und Charakter, Naturfriseur Silvia Balling in Bad Neustadt a. d. Saale

Frau Balling vor ihrem Naturfriseur.

Silvia Balling ist Inhaberin des Naturfriseurs Wesen und Charakter in Bad Neustadt an der Saale. Schon während ihrer Ausbildung zur Friseurin litt sie unter wiederkehrenden Ausschlägen und Atemwegsreizungen. Zum Wohle der eigenen Gesundheit und ihrer Kunden entschied sie sich vor sechs Jahren dazu, einen eigenen Naturfriseur zu eröffnen. Seitdem arbeitet sie ausschließlich mit Naturprodukten auf Pflanzenbasis.

Es gibt verschiedene Indizien dafür, dass vor allem synthetische Färbemittel nicht unbedenklich sind. In der EU sind chemische Haarfarben für Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Weiterhin wird Frauen während der Schwangerschaft von synthetischen Produkten abgeraten. Aber auch bei ÖKO-TEST schnitten künstliche Färbemittel in den vergangenen Jahren schlecht ab. Sogar in vermeintlich natürlichen Produkten konnten verschiedene Kontaktallergene nachgewiesen werden. 

Gesunde Haarfarbe

Frau Balling hat sich zur Aufgabe gemacht, jedem ihrer Kunden ohne gesundheitliches Risiko zu seiner natürlichen Schönheit zu verhelfen. Ihr Credo:

„Unsere Haare spiegeln den Zustand unseres Planeten wider: chemisch zerstört, ausgelaugt und aus dem Gleichgewicht gebracht. Mir ist es wichtig, dem entgegenzuwirken. Meine Kunden werden mit natürlichen Haarpflegeprodukten und Pflanzen-Haarfarbe verwöhnt. Das steigert das Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele, und stellt das innere und äußere Gleichgewicht wieder her.“

Auch die Zeitschrift ÖKO-TEST empfiehlt Pflanzen-Haarfarbe und rät: Je komplizierter die Inhaltsstoffe klingen, desto höher die Wahrscheinlichkeit vorhandener Allergene. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich von einem Naturfriseur beraten lassen. 

Wesen und Charakter, Naturfriseur Silvia Balling in Bad Neustadt a. d. Saale

„Ich verbinde Schönheit mit Natürlichkeit und schütze dabei alle Lebewesen und Mutter Erde.“

Silvia Balling schwört auf zertifizierte Naturkosmetik. Diese Produkte unterliegen strengen Kontrollen und sind frei von synthetischen Zusatzstoffen. Als Färbemittel kommen hier Indigo und Henna, aber auch Rote Beete oder Walnussschalen zum Einsatz. Diese natürlichen Produkte werden nur von Naturfriseuren angeboten. Mit ihrem geschulten Blick kann Frau Balling bei einer ausführlichen Kundenberatung schnell erkennen, welche Farbe und Pflege geeignet ist.

 

Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann!

Pflanzenhaarfarben erfordern im Gegensatz zur chemischen Haarfarbe mehr Zeit und Erfahrung.

„Anders als bei synthetischen Färbemitteln lagern sich die Pigmente der Pflanzenhaarfarbe lediglich am Haar an. Sie dringen nur geringfügig in poröse Bereiche des Haares ein. Jedes Haar nimmt die Naturfarbe etwas anders an. Vor allem bei Pflanzenfarben aus der Drogerie ist deshalb Vorsicht geboten.“

Wesen und Charakter, Naturfriseur Silvia Balling in Bad Neustadt a. d. Saale

Silvia Balling macht eine Pflanzenfarbe zurecht.

Silvia Balling nimmt sich für jeden Kunden besonders viel Zeit. Aufgetragen wird erst, nachdem ausgetestet wurde, welche Farbe zum jeweiligen Kopf passt. Auch die Einwirkzeit wird individuell festgelegt. Zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden ist alles möglich. Außerdem bietet sie die ausgewählte Farbe auch für die Heimanwendung an. So lässt sich eine größere Zeitspanne zwischen zwei Friseurbesuchen gut überbrücken. 

„Die Haarstruktur wird durch die Pflanzenfarbe ausgeglichen, fester, und das Haar bekommt einen schönen Glanz. Der natürliche Farbunterschied, den jedes naturbelassene Haar hat, bleibt erhalten. Dadurch erhält jeder Kunde seine individuelle persönliche Haarfarbe. Wenn das Haar nachwächst, entstehen sanfte Übergänge.“

Die Haare lassen sich mit Pflanzenfarben allerdings nicht aufhellen. Das Ergebnis hängt vom eigenen Naturton ab. Neben Braun, Dunkelbraun und Hennarot sind aber auch Töne im Bereich Gold- und Weißblond denkbar. Helles graues Haar lässt sich somit auch in einen Blondton verwandeln.

„Eine Naturfarbe ist keine ‚Nullachtfünfzehn-Haarfarbe‘, die jeder hat, weil sie gerade ‚in‘ ist. Jeder Mensch ist einzigartig. Es wird lediglich der eigene Naturton unterstrichen.“

Würde man Frau Ballings Spiegel fragen: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wie bekomme ich das schönste Haar im ganzen Land?“, würde dieser sicher antworten: „Mit einer chemischen Haarfarbe riskierst du vielleicht eine Allergie. Aber eine natürliche individuelle Haarfarbe mit Glanz, Fülle und Griffigkeit ist sowieso tausendmal schöner als die.“

Literaturempfehlungen:

Kehrbusch, Susanne (2017): Alles klar mit Haut & Haar. Lahnstein: emu-Verlags- und Vertriebsgesellschaft Ernährung-Medizin-Umwelt;

Kopp, Reinhold (2004): Das Geheimnis schöner Haare. München: Goldmann Verlag;

Informationen zu Silvia Ballings Naturfriseur und Farbbeispiele:

www.wesen-und-charakter.de

Quellen:

ÖKO-TEST Magazin Ausgabe (002_2018)

ÖKO-TEST Jahrbuch Ausgabe (010_2016) ÖKO-TEST Jahrbuch Ausgabe (010_2013)

Umfrage zur Häufigkeit von Haarcolorationen nach Geschlecht in Deutschland (2014)

Färben erst ab 16 erlaubt – deutsche-handwerks-zeitung.de (2011)

Haare färben in der Schwangerschaft – www.netdoktor.de (2015)

Haarfärbemittel können Allergien auslösen – Ärzteverband deutscher Allergologen e.V. (2005)

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