Ist ein Medium jemand, der mit Geistern in Verbindung tritt? Jemand, der Energien aus unterschiedlichen Dimensionen wahrnimmt? Wie wird man ein Medium? Wie funktioniert Channeln? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund.

Eine junge Frau sitzt mit Tränen in den Augen mit Theresa Caputo am Tisch. Die junge Frau heißt Kearstan und hat ihren Freund bei einem Asthmaanfall verloren. Sie erlebt diesen Moment immer und immer wieder. Sie kann nicht loslassen und sagt, sie habe ihr Glück, ihre Liebe verloren. In der Serie „Long Island Medium“ will das beliebte Medium ihr nun helfen, diesen tragischen Verlust hinter sich zu lassen. Sie nimmt Kontakt zu Kearstan’s Freund auf: „Er möchte dir danken, weil du ihn so geliebt hast, wie er es verdient hat.“

In der Medienwissenschaft ist ein Medium ein Mittel zur Wahrnehmung, der Verständigung, der Verbreitung sowie eine Form von Kommunikation. Doch auf spiritueller Ebene ist ein Medium ein Mensch, der Verbindung zur Geisterwelt bzw. zu einer anderen Dimension aufnimmt und Botschaften empfängt. Anders ausgedrückt ist ein Medium eine Art Übersetzer zwischen der realen und der unsichtbaren Dimension. Deshalb wird ein Medium auch oft Channel genannt.

Wie wird man ein Medium?

Eine Infowebseite über mediale Ausbildungen sagt, die Grundvoraussetzung um ein Medium zu werden sei zu akzeptieren, dass der menschliche Körper nur eine Hülle der Seele ist, die den physischen Tod überlebt und irgendwo weiter existiert.

Laut Susanne, die sich selbst als Medium bezeichnet, ist die sogenannte Medialität keine Gabe, die nur Auserwählte besitzen. Es gibt Theorien die besagen, dass grundsätzlich jeder Mensch dazu in der Lage sei, mit anderen Dimensionen zu kommunizieren. Denn jeder Mensch besitzt eine mehr oder weniger ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit. Doch jedem Menschen ist es selbst überlassen, ob er diese bereits vorhandene Fähigkeit weiterentwickelt oder nicht.

Ein Medium muss lernen sich mit der Geisterwelt zu verbinden, das Wahrgenommene richtig einzuordnen und lernen zu unterscheiden, mit wem es in Verbindung steht. Einige Menschen besitzen seit ihrer Geburt oder frühen Kindheit diese Fähigkeiten, andere müssen die Fähigkeiten trainieren und weiterentwickeln. Auch eine Nahtoderfahrungen oder die Trauer um einen geliebten Menschen kann diese Fähigkeiten auslösen.

Channeling? Wie arbeitet ein Medium?

Übersetzt bedeutet Channeling „Etwas durch einen Kanal empfangen“. Der Kanal ist dabei das Medium. Somit ist das Channling die Anwendung der medialen Fähigkeiten, also das Herstellen der Verbindung zur Geisterwelt und das Übersetzen von Botschaften.

Ein Medium spricht weniger von der Geisterwelt sondern von einer anderen Dimension. Diese Geisterdimension umgibt uns und ist nicht von der menschlichen Welt getrennt. Dimensionen sind unterschiedliche Bewusstseinsebenen. Um dies besser zu verstehen, vergleicht „Mediumausbildung“die Dimension mit einem Radio. Jeder Kanal bzw. Dimension hat eine andere Frequenz als die des menschlichen Körpers. Erst wenn die Abstimmung stimmt, kommt eine klare und deutliche Verbindung zustande. Ein Medium lernt sich auf diese Frequenz einzustimmen. Allerdings entscheidet letztendlich der Geist, ob diese Verbindung entsteht.

Kommt eine Verbindung zustande, muss sich das Medium zuerst sicher sein, um wen es sich handelt. Vor allem bei Verstorbenen ist es wichtig zu wissen, wie er gestorben ist, wie er aussah oder ob er Eigenheiten hatte. Ist das Medium sich sicher, beschreibt es was er sieht, hört und fühlt. Das „Wesen“ in einer anderen Dimension teilt alles mit was er zu sagen hat, warnt vor Gefahren oder beantwortet offene Fragen. Die Aufgabe eines Medium ist es dem Kunden mit Hilfe des Geistes Fragen zu beantworten und Klarheit zu schaffen. Oft wird dadurch ein neuer Blickwinkel eröffnet.

Allerdings kommt nicht immer eine Verbindung zustande. Laut dem Onlinemagazin Viversium- Sprituelle Lebensberatungist dies unter anderem von folgenden Faktoren abhängig:

  • Der Geist will nicht in Kontakt treten.
  • Dem Medium fehlt die Erfahrung, fühlt sich nicht gut oder ihm fehlt die Energie.
  • Der Kunde glaubt nicht daran, dass die Verbindung zustande kommen kann.
  • Der Kunde muss offen und bereit für die Botschaften sein und darf keine Angst vor Negativem haben.

Kritik

Channeling findet heutzutage auf viele Arten statt:

  • Auf Esoterikmessen
  • Kostenpflichten Telefonhotlines
  • Einzelsitzungen
  • Gruppensitzungen

Kunden suchen Rat und zahlen dafür, laut Zeit-Online, bis zu 180 Euro pro Stunde. Einige Medien machen Vorschläge, was der Kunde zu tun hat. Beispielsweiße einem Missbrauchstäter zu verzeihen oder den Beruf wechseln. Die Gefahr der Abhängigkeit besteht, da der Kunde sich nicht mehr zutraut Entscheidungen alleine zu treffen und immer und immer wieder das Medium aufsucht. Das Medium Susanne betont ausdrücklich auf ihrer Webseite, dass sie keine Entscheidungen für den Kunden trifft oder ihm sagt, was er zu tun hat. 

Auch Theresa Caputo muss mit Kritik und Betrugsvorwürfen leben. Laut Focus-Online gibt es Vorwürfe von Ron Tebo, Gründer der Webseite SciFake.com. Caputo würde die sogennate „Cold Reading“ Technik anwenden. Aufgrund der Kleidung und Körpersprache schließt man auf hier auf Probleme der Person, stellt allgemeine Fragen und erhöht somit die Chance auf einen Treffer. Des Weiteren würden die Kunden bzw. Klienten vor dem Treffen mit Caputo genau durchleuchtet und analysiert werden.

Vieles ist nicht wissenschaftlich erklärbar – dazu gehört wohl auch die Kommunikation mit Verstorbenen. Doch muss immer alles rational erfasst werden? Ob wir nun an die Fähigkeiten eines Medium glauben, bleibt jedem selbst überlassen. Aber unsere Lieben sind immer bei uns. Wenn wir sie brauchen, geben wir uns Kraft.

„Jeder, der schon einmal einen geliebten Menschen verloren hat, wünscht sich einen letzten Augenblick, um noch etwas zu sagen, was er unbedingt sagen wollte.“ 

Jennifer Love Hewitt

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